Neapel - In der künftigen EU-Verfassung wird es voraussichtlich keinen Bezug auf das christliche Erbe Europas geben. Ein entsprechender Vorstoß der italienischen Ratspräsidentschaft bei den Verfassungsberatungen der EU-Außenminister am Freitag in Neapel werde von einer "kleinen Zahl" von Mitgliedstaaten abgelehnt, berichtete Außenminister Franco Frattini am Abend. Die Ratspräsidentschaft halte es daher nicht für opportun, darüber weiter zu verhandeln.

In der ersten Verhandlungsrunde habe der Vorsitz einen entsprechenden Vorschlag mündlich eingebracht, der von vielen Delegationen unterstützt worden sei, so Frattini. Eine Minderheit habe sich allerdings gegen jeglichen Verweis auf das religiöse Erbe ausgesprochen.

Im Verfassungsentwurf des EU-Reformkonvents ist die Rede von den "kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas". Vor allem Italien, Spanien und Polen fordern dagegen einen ausdrücklichen Hinweis in der Verfassung auf das Christentum. Das wird auch vom Vatikan verlangt. (APA)