Islamabad/Washington/Nairobi - Bei der Suche nach den Urhebern der verheerenden Bombenanschläge auf die Botschaften der USA in den ostafrikanischen Staaten Kenia und Tansania gibt es eine heiße Spur. Wie die pakistanische Regierung am Sonntag in Islamabad bekanntgab, wurde ein Mann mit dem Namen Mohammad Sadik Hovaida am Tag der beiden Attentate kurz nach seiner Ankunft aus Nairobi in Karatschi festgenommen und inzwischen bereits an Kenia ausgeliefert. Laut einem Bericht der pakistanischen Zeitung "News" hat der 32 Jahre alte Araber beim Verhör durch die Geheimdienste des Landes bereits gestanden, die Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam vom 7. August geplant zu haben. Wie aus Sicherheitskreisen in Washington verlautete, soll der Mann von Mitarbeitern des US-Geheimdienstes CIA verhört werden. "News" berichtete, Hovaida sei am 7. August im Flughafen von Karatschi bei dem Versuch festgenommen worden, ohne gültige Papiere nach Afghanistan weiterzureisen. Mitverschwörer Nach Informationen der Zeitung soll der Verdächtige bei seiner Vernehmung angegeben haben, er habe bei der Planung des Attentats in Kenia Helfer gehabt, die der Organisation Islamischer Heiliger Krieg (Jihad Islami) in Ägypten nahestünden. Zwei Mitverschwörer hätten Kenia einige Tage vor dem Anschlag verlassen und seien über Pakistan nach Afghanistan geflohen. Die in Karatschi erscheinende Zeitung "Umat" berichtete, die beiden Männer seien inzwischen ebenfalls festgenommen worden. Die US-Botschaft in Islamabad und das Außenministerium in Washington wollten zu den Berichten nicht Stellung nehmen. Wie aus US-Ermittlerkreisen verlautete, wurden auch in Kenia bei der Suche nach Tätern Fortschritte gemacht. Ein Wachmann der Botschaft in Nairobi habe auf einer Photographie der amerikanischen Bundeskriminalpolizei FBI eine Person identifizieren können, die sich kurz vor der Detonation vor dem Gebäude aufgehalten haben soll. Die betreffende Person sei ein Vertrauter des arabischen Multimillionärs Osama Bin Laden, den die USA zum Kreis der Verdächtigen rechnen. Bin Laden, der sich in Afghanistan aufhält, hat einen "heiligen Krieg" gegen die USA angekündigt. Bei den fast zeitgleich ausgeführten Anschlägen in Nairobi und Dar-es-Salaam kamen insgesamt fast 260 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in Kenia. US-Außenministerin Madeleine Albright wollte am Sonntag zu einer viertägigen Reise nach Kenia und Tansania aufbrechen, um sich nach dem Stand der Ermittlungen zu erkundigen und Überlebende zu besuchen. (APA)