Ramallah - Wenige Stunden vor der Unterzeichnung eines alternativen Nahost-Friedensplans in Genf haben die israelischen Streitkräfte am Montagmorgen bei einer groß angelegten Razzia in Ramallah zwei Palästinenser getötet. Dutzende Personen wurden festgenommen. Die israelischen und palästinensischen Unterhändler brachen unterdessen vom Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv mit einer Schweizer Chartermaschine nach Genf auf.

Mehr als 60 israelische Panzer, Geländewagen und Schützenpanzer drangen nach Angaben palästinensischer Sicherheitskreise kurz nach Mitternacht nach Ramallah im Westjordanland ein und durchsuchten Häuser im Stadtzentrum. Unter den Festgenommenen ist nach Berichten von Augenzeugen ein Führer der Terrororganisation Hamas, Ghassan Abassi. Die Armee erklärte, zwei bewaffnete Extremisten seien während eines Feuergefechts im Flüchtlingslager Al Amari in Ramallah getötet worden. Palästinensischen Angaben zufolge sprengten die Soldaten ein altes Haus und ein Internet-Cafe.

Festnahmen bei Razzia

Die israelischen Streitkräfte bestätigten "eine Reihe" von Festnahmen. Nach Militärangaben hoben die Soldaten ein Sprengstofflabor aus und zerstörten es. An der Aktion seien auch Agenten des Geheimdienstes Shin Beth beteiligt gewesen. Die Aktion habe sich gegen die Infrastruktur der Hamas-Organisation in der Umgebung von Ramallah gerichtet. Die Hamas hat nach eigenen Angaben seit Beginn der zweiten Intifada vor über Jahren mehr als 60 Israelis getötet.

In Ramallah befindet sich das großteils zerstörte Hauptquartier des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat. Er steht dort seit zwei Jahren de facto unter Hausarrest der Israelis. Die israelische Regierung hat wiederholt damit gedroht, Arafat zu deportieren.

Gaza: Palästinenser durch Bombe getötet

Bei der Explosion einer Bombe im Gazastreifen ist am Sonntag ein militanter Palästinenser getötet worden. Yousef Mattar, ein bekannter Aktivist der Terrororganisation Islamischer Heiliger Krieg, war nach Angaben palästinensischer Augenzeugen in einem Auto in der Stadt Rafah unterwegs.

Unklar sei, ob er durch eine selbst gebastelte Autobombe oder durch einen Angriff ums Leben gekommen sei. (APA/dpa)