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Phil Condit macht dem früheren Vize-Chairman Harry Stonecipher Platz an der Spitze von Boeing

Foto: REUTERS/Arnd Wiegmann
Chicago - Phil Condit, Chef des weltgrößten Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing, ist am Montag überraschend zurückgetreten. Nachfolger wird Boeing zufolge mit sofortiger Wirkung der bereits im Ruhestand befindliche, frühere Vize-Chairman Harry Stonecipher.

Die Boeing-Aktien gaben am Montag im vorbörslichen Handel nach. Die Anteilsscheine des europäischen Konkurrenten EADS konnten nach der Nachricht hingegen kräftig zulegen und notierten am Nachmittag in Paris, dem Haupthandelsplatz, mit 19,00 Euro um 4,4 Prozent im Plus.

Das Direktorium habe entschieden, dass für die Führung des Konzerns eine neue Struktur notwendig sei, teilte Boeing mit. Condit selbst begründete seinen Schritt mit der Absicht, die jüngsten Kontroversen um den Konzern zu beenden.

Ergebniseinbruch und Untersuchung

Boeing hat im laufenden Jahr wegen der Krise in der zivilen Luftfahrt nicht nur einen Einbruch in fast allen seinen wesentlichen Geschäftsbereichen hinnehmen müssen, sondern steht auch im Zentrum einer juristischen Untersuchung. Das in Chicago ansässige Unternehmen wird verdächtigt, sich im Zusammenhang mit Militärgeschäften illegal und unethisch verhalten zu haben.

Vorausgegangen war vor einer Woche bereits der Rausschmiss von Condits Nummer zwei, Finanzchef Michael Sears, sowie einer im Konzern tätigen, früheren Air Force-Mitarbeiterin.

Condit war mehr als 35 Jahre bei Boeing gewesen und hatte nach Konzernangaben in dieser Zeit fast 20 verschiedene Positionen inne. Sein nun ernannter Nachfolger Harry Stonecipher, vor dem Zusammenschluss mit Boeing Chef von McDonnell Douglas, gilt als gewitzter Manager, der auch nicht davor zurückscheut, hart durchzugreifen. (APA/Reuters)