Die Stellungnahme einer Bank, gegen die schwere Vorwürfe erhoben werden, muss in einem Medienbericht "fair" wiedergegeben werden. Der Schweizer Presserat hat eine entsprechende Beschwerde gegen die Genfer Tageszeitung "Tribune de Geneve" am Dienstag teilweise gutgeheißen. Die Westschweizer Zeitung hatte Anfang 2003 in mehreren Artikeln über Vorwürfe eines Genfer Geschäftsmannes gegen die "United Overseas Bank" (UOB) berichtet. Dieser warf der UOB vor, in den neunziger Jahren 25 Millionen Dollar von der Zentralbank der Insel Mauritius entgegen genommen und damit zur unzulässigen Finanzierung der dortigen Regierung beigetragen zu haben.

In einer Beschwerde an den Schweizer Presserat warf die heutige Eigentümerin der UOB der Zeitung vor, sie habe sich "für eine Pressekampagne missbrauchen" lassen. Zudem habe sie ungerechtfertigterweise geheime Dokumente veröffentlicht. Die "Tribune de Geneve" wies die Beschwerde als unbegründet zurück. Der Presserat wies den Vorwurf der ungerechtfertigten Veröffentlichung vertraulicher Dokumente zurück. Die Voraussetzungen für die Publikation seien gegeben gewesen. Ebenso ungerechtfertigt sei der Vorwurf einer Pressekampagne. (APA/sda)