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Die spanische Flagge weht auf Halbmast

Foto: Reuters/Comas
Madrid - Mit einem Staatsbegräbnis hat Spanien am Dienstag von den sieben im Irak getöteten Geheimdienstbeamten Abschied genommen. An der Trauerfeier in der Zentrale des Geheimdiensts CNI in Madrid nahmen König Juan Carlos, Königin Sofia, Kronprinz Felipe, Ministerpräsident Jose Maria Aznar und führende Vertreter der staatlichen Institutionen teil. Die Regierung hatte Staatstrauer angeordnet.

In Italien hatten vor zwei Wochen rund 300 000 Menschen den 19 im Irak getöteten Italienern die letzte Ehre erwiesen. In Spanien blieb dagegen die Öffentlichkeit von den Trauerfeierlichkeiten ausgeschlossen. Nach Angaben der Regierung geschah dies auf Wunsch der Angehörigen der Toten. Der König verlieh den Beamten posthum Verdienstorden. Die sieben Geheimdienstler waren am Samstag südlich von Bagdad in einem Hinterhalt erschossen worden. Ein achter Beamter entkam.

"Ohne die Beamten sind wir blind"

Die spanischen Truppen im Irak sind nach dem Tod der Agenten von wichtigen Informationen weitgehend abgeschnitten. "Ohne die Beamten sind wir blind", sagte der Kommandant des spanischen Kontingents in der Schiiten-Hochburg Najaf, Oberstleutnant Jose Luis Gutierrez, der Zeitung "El Pais". Die Aufgabe der Geheimdienstler habe darin bestanden, die 1300 spanischen Soldaten im Irak vor potenziellen Gefahren zu warnen.

Die Beamten hätten Informationen über die Stimmung in der Bevölkerung, über Protestkundgebungen und darüber gesammelt, was die Religionsführer in den Moscheen predigten. Nach Angaben der Zeitung verlor der Geheimdienst damit praktisch alle Irak-Experten. Die Ausbildung neuer Agenten werde mehrere Monate dauern. (APA/dpa)