Graz - Drei Jahre unbedingte Haft lautete am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht das Urteil für einen Lenker, durch dessen Verschulden im September dieses Jahres eine junge Familie in der Weststeiermark ausgelöscht wurde. Der 28-Jährige fuhr übermüdet, viel zu schnell und alkoholisiert in einen entgegenkommenden Wagen. Der Lenker und sein einjähriger Sohn waren sofort tot, die Mutter des Kindes starb einen Tag später. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

1,3 Promille Alkohol im Blut

Der 28-Jährige kam auf Krücken in den Gerichtssaal, er hatte bei dem Unfall einen mehrfachen Beinbruch erlitten. "Es war einer der folgenschwersten Unfälle, die sich in den letzten Jahren in der Steiermark ereignet hatten", sagte Staatsanwalt Wolfgang Fauland. Der Angeklagte zeigte sich voll geständig, gab jedoch an, sich an nichts erinnern zu können. Tatsache ist, dass er mit laut Sachverständigen-Gutachten mindestens 120 km/h auf einer Landstraße dahinraste, übermüdet war und mehrere Dosen Bier getrunken hatte. Eine Untersuchung ergab, dass er zum Zeitpunkt des Unfalls mindestens 1,3 Promille Alkohol im Blut hatte.

Fünf Jahre Führerscheinentzug

Mitten in der Fahrt - der Beschuldigte hatte gerade ein anderes Fahrzeug überholt - flog er über die doppelte Sperrlinie hinaus und krachte frontal in ein entgegenkommendes Auto. "Er kam wie eine Rakete auf unsere Fahrseite", schilderte der Lenker eines Autos, das hinter dem gerammten Wagen unterwegs war. "Das Auto hat es regelrecht zerfetzt", sagte Richter Gernot Patzak.

Der Unglückslenker ist kein unbeschriebenes Blatt: Sechs Mal wurde er bereits wegen Geschwindigkeitsübertretungen, Überholen trotz Verbotes und Überfahren von doppelten Sperrlinien verurteilt. Diesmal wurde ihm für fünf Jahre der Führerschein entzogen.

"Sein Bein wird verkrüppelt bleiben und ihn jeden Tag an die Ereignisse erinnern", meinte der Verteidiger. Richter Patzak hatte wenig Verständnis für den Angeklagten: "Das ist einer der Fälle, wo die Höchststrafe kaum ausreicht", so der Richter. Er verhängte drei Jahre unbedingte Haft. (APA)