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Düsseldorf - Der im Mai dieses Jahres in den Tod gestürzte frühere deutsche FDP-Politiker Jürgen Möllemann hat nach Angaben eines Vertrauten jahrelang große Schwarzgeld-Summen verdeckt auf Partei-Konten der nordrhein-westfälischen Freidemokraten geschleust. Nach Partei-Angaben vom Mittwoch flossen zwischen 1996 und 2000 insgesamt 680.000 Euro illegal in den Finanzkreislauf. Das habe der Möllemann-Vertraute und frühere FDP-Landesgeschäftsführer Hans-Joachim Kuhl in einer eidesstattlichen Erklärung zugegeben.

Nach eigenen Angaben habe Kuhl das Geld von Möllemann bar bekommen und meist unter erfundenen Namen auf Konten der deutschen Liberalen eingezahlt. Auf die gleiche Weise hatten Möllemann und Kuhl im vergangenen Jahr die Finanzierung eines umstrittenen anti-israelischen Wahlkampf-Flugblatts organisiert. Möllemann hatte vor Gericht erklärt, er habe die eine Million Euro teure Flugblatt-Aktion aus eigener Tasche finanziert. Im Mai stürzte der von seiner Partei geächtete frühere FDP-Star mit dem Fallschirm zu Tode. Zeitgleich fand eine Großrazzia gegen ihn statt, sodass von Manchen ein Selbstmord vermutet wird.

Die FDP sieht durch Kuhls Erklärung ihre Auffassung bestätigt, dass sie für Möllemanns illegale Finanz-Aktionen keine Verantwortung trägt und deshalb keine Strafe zahlen muss. Bisher droht der FDP wegen falscher Rechenschaftsberichte ein Strafgeld in Millionen-Höhe. (APA/dpa)