Wien - Auch am Mittwoch erntete der Entwurf für das Bundeseinheitliche Tierschutzgesetz Kritik: Die Grüne Brigid Weinzinger, SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl und Vier Pfoten-Nutztierreferent Michael Buchner bemängelten "einen dramatischen Rückschritt hinter bestehende Landesgesetze".

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) sei offenbar am "Gängelband" des Bauernbundes, meinte das Trio bei einer Pressekonferenz in Wien.

Um den Tierschutz österreichweit "zu retten", sollte der Entwurf laut Buchner unter Mitarbeit von Tier- und Konsumentenschützern neu überarbeitet werden. Das Niveau dürfe nicht sinken - Beispiel: In fünf Bundesländern ist die Käfighaltung für Legehennen verboten. Das neue Gesetz würde sie wieder ermöglichen. Die Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens müssten umgesetzt und ein Kontrollsystem installiert werden.

Expertenmeinungen kommen nicht in den Entwurf Der SPÖ-Agrarsprecher drückte seinen Unmut "auf gut steirisch aus": Es sei eine "Schweinerei", wenn der Bundeskanzler etwas zur Chefsache mache, Experten einlade, ihre Meinung aber nicht in den Entwurf einfließen lasse. Die Regierung sei in Richtung Mittelalter unterwegs. Und die Bauern könnten sich nicht über eine gute Standesvertretung freuen. Viele Landwirte, so Gradwohl, seien wesentlich fortschrittlicher als ihre Vertreter. (APA)