Wien - Die weiblichen Studenten an den wissenschaftlichen Universitäten Österreichs studieren schneller als ihre männlichen Kommilitonen. Das zeigt ein Langzeitvergleich der Statistik Austria für die Studienjahre 1990/91 bis 2000/01. Demnach benötigten die Frauen in diesem Zeitraum durchschnittlich für einen Erstabschluss (Magister, Diplom-Ingenieur) 13 Semester, Männer hingegen ein halbes Semester länger. Im Untersuchungszeitraum ist die Studiendauer im Mittel übrigens um etwa 75 Tage angestiegen - auch diese Entwicklung geht stärker auf die Kappe der Männer (plus 111 Tage) als der Frauen (plus 48 Tage).

Insgesamt haben zwischen 1990/01 und 2000/01 121.644 Studenten ein Studium mit ihrem ersten akademischen Grad abgeschlossen. Nur etwa ein Sechstel davon hat nicht mehr als zehn Semester dafür gebraucht. Ab 1998/99 stieg außerdem der Anteil der Langzeitstudierenden mit mindestens 20 Semestern von zehn auf 15 Prozent.

Am schnellsten wurde in den meisten Fächern durchschnittlich an der Universität Innsbruck studiert, vor allem in den Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaften war man an der westlichsten Uni am schnellsten unterwegs. Große Unterschiede zwischen den gleichen Studienrichtungen gab es 2000/01 vor allem bei Wirtschaftsingenieurswesen-Maschinenbau (Technische Universität Wien: 12,9 Semester, Technische Universität Graz : 15,4 Semester) und Psychologie (Salzburg: 12,5 Semester, Wien: 14,8 Semester).

Die schnellsten Erstabschlüsse erzielte man im Zehn-Jahresvergleich in den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie in den Geisteswissenschaften (zwölf Semester), gefolgt von Theologie, Naturwissenschaften, Technik, Montanistik und Bodenkultur (13 bis 15 Semester) sowie Human- und Veterinärmedizin (16 Semester).

Die Studiengebühren an den österreichischen Unis werden erst ab dem Studienjahr 2001/02 eingehoben. Der Einfluss dieser Maßnahme scheint daher in der Untersuchung nicht auf. (APA)