Liebes Tagebuch.

Heute bin ich urtraurig wegen dem ORF-Fernsehen. Zuerst wählen die gemeinen Zuseher die echt voll nette Luise Gruber aus dem Starmania hinaus und jetzt das: Schlag' ich den "Kurier" auf und les' ein bisschen rum.

Foto: ORF

Plötzlich steht da, dass der Marcel,

du weißt schon, der bei "The Bachelor" den Typen spielt, dass der gar kein Euro-Millionär ist, sondern nur ein Bankangestellter. Ich glaub', ich spinn'! Arg, oder? Gut, mit viel Geld hat er also schon zu tun, aber das ist ja alles nicht seines, oder?

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Weil wenn das so wäre, dann tät'

der doch sicher nicht in einer 55-Quadratmeter-Wohnung wohnen. Das steht nämlich da auch geschrieben. Da ist ja meine größer! "Gut situiert" sei er aber eh. Jetzt hab ich grad' nachgeschaut, was das heißt, weil zuerst hab' ich geglaubt, dass das so viel wie gut angezogen heißt. Und das tät' wenigstens stimmen. In Wirklichkeit sagt man das aber zu einem, der eh was auf der Kante hat. Außerdem - das steht da auch - hat er "viele berufliche Perspektiven".

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Das ist gut, weil dann ist der wenigstens

nicht dauernd hackenstad, weil immer zu zweit auf 55 Quadratmeter herumhängen - das drückst ja nicht durch! Am Schluss schreiben die dann, dass es gar nicht um den seinen Knödel, sondern eh nur um eine "wahre Liebesgeschichte" geht. Oida! Kunststück, wenn er eh keinen hat! (flu/DER STANDAR; Printausgabe, 4.12.2003)

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