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US-Außenminister Colin Powell fordert ein verstärktes Engagement der NATO im Irak.

Foto: REUTERS/Francois Lenoir
Brüssel - US-Außenminister Colin Powell hofft auf ein größeres Engagement Deutschlands im Irak. Die Völkergemeinschaft müsse dem Irak nach drei Jahrzehnten einer schrecklichen Führung helfen, sagte Powell am Donnerstag im Interview mit den ARD-Tagesthemen. Deutschland habe unter anderem die Ausbildung irakischer Polizisten angeboten. "Wenn wir dem Zeitpunkt der Machtübergabe von den Koalitionsstreitkräften an das irakische Volk näher kommen, und wenn die NATO darüber nachdenkt, ob sie eine größere Rolle spielen sollte, findet vielleicht Deutschland die Möglichkeit, dann einen größeren Beitrag zu leisten, als es heute möglich ist", sagte Powell.

Powell hatte die europäischen NATO-Staaten zuvor in Brüssel zu einer größeren Rolle der Allianz beim Wiederaufbau des Irak aufgerufen. Die NATO leistet im Irak derzeit nur logistische Unterstützung für die von Polen geführten Truppen im Zentralirak. Powell hatte die NATO aufgerufen, bis zum NATO-Gipfel im Juni über eine stärkere Rolle nachzudenken. Eine Option sei die Übernahme des polnischen Kommandos.

Fischer lehnt Militäreinsatz ab

Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hatte zuvor die deutsche Position bekräftigt, dass sich Deutschland nicht an einem Militäreinsatz im Irak beteiligen werde, aber zu Unterstützung beim Wiederaufbau und zu humanitärer Hilfe bereit sei. Nach den deutsch-amerikanischen Beziehungen gefragt, die vom Streit um den Irak-Krieg belastet worden waren, sagte Powell der ARD: "Ich glaube sie sind hervorragend und verbessern sich immer weiter." Beide Regierungen hätten seit dem Frühjahr viel Zeit damit verbracht, den Schaden zu beheben. Er verwies auf die langjährigen Bindungen zwischen beiden Ländern. "Diese starken Bindungen lassen sich nicht zerbrechen." (APA/Reuters)