Graz - Mit einem facettenreichen Programm eröffnete die "Medien und Architektur Biennale Graz" am Donnerstag in der Helmut List-Halle ihr so genanntes "Biennium". Anders als bei den fünf vorhergegangen Grazer Biennalen wird das Festival für Film und Architektur nicht auf wenige Tage beschränkt sein, sondern über die zwei Jahre hinweg immer wieder mit Programmpunkten die Diskussion über das Verhältnis von Architektur, Gesellschaft, Wissenschaft und Medien anfachen.

Bis 14. Dezember werden als erster Programmpunkt des neuen Grazer "Bienniums" an drei Veranstaltungsorten - dem Kunsthaus Graz, der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum und dem Rechbauerkino - insgesamt 116 Beiträge von Architekten, Künstlern, Filmemachern, Literaten und Theoretikern diskutiert. Es wird weiterhin den Architekturfilmwettbewerb, aber auch Symposien und zahlreiche Präsentationsveranstaltungen bis hin zur einer filmische Personale der französischen Künstlerin Dominique Gonzalez-Foerster geben.

"Kultur als Performance"

Mit der Neukonzeption sollen die Tätigkeiten des Herstellens, Handlungsabläufe und Austauschprozesse stärker fokussiert werden, so die Leiterin der Veranstaltung, Charlotte Pöchhacker. "Mit der Schwerpunktverlagerung, die sich mit der Metapher "Kultur als Performance" fassen lässt, betonen wir zugleich die Materialität, Medialität und interaktive Prozesshaftigkeit kultureller Handlungen. Diese lässt sich gleichermaßen auf die Beziehung zwischen Künstler, Kunstwerk und Betrachter und im übertragenen Sinn auf Architekten, Architekturen, Umgebungen und Benutzer beziehen", so Pöchhacker.

Im Filmschwerpunktprogramm im Grazer Rechbauerkino werden 25 audiovisuelle Beiträge gezeigt, die sich dem Internationalen Wettbewerb Medien und Architektur stellen. Sie wurden aus den insgesamt eingereichten 1.628 Arbeiten aus 53 Ländern ausgewählt. Ab Freitag (5. Dezember, 19.00 Uhr) gibt es in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum die erste Filmretrospektive der französischen Künstlerin Dominique Gonzalez-Foerster in Österreich zu sehen. Die Künstlerin, die ihre Arbeiten bereits auf der "documenta" in Kassel, beim Filmfestival Cannes und der Biennale von Venedig gezeigt hat, bezieht seit Mitte der neunziger Jahre den Film als wesentliches Medium in ihre künstlerische Arbeit ein.

In den kommenden Tagen wird es im Grazer Kunsthaus drei Symposien zu den Themen "Ausstellung als Medium und Experiment" (Freitag, 5. Dezember), "Träume von Räumen - Werkstätten des Potenziellen (Kunsthaus Graz ab 6. Dezember) und "Radikale Tendenzen in Architektur und Kunst in der 60er- und 70er Jahren" (ab Samstag, 13. Dezember) geben. (APA)