Wien/Salzburg - Salzburg wird vom 21. bis 25. Jänner 2004 zur Plattform für österreichische Choreografie. Michael Stolhofer (Szene Salzburg) stellte gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern vom Tanzquartier Wien (TQW) und dem Choreographic Centre Linz (CCL) die fünf ausgewählten Künstler und Gruppen vor, die sich in Salzburg Publikum und Veranstaltern vorstellen werden. Milli Bitterli, Superamas, Philipp Gehmacher, Anne Juren und Andrea Bold sind die "next artists in context".

Die Auswahl der Künstler nahmen Stolhofer, Sigrid Gareis (TQW), Esther Linley (CCL) und der Tanzkritiker Helmut Ploebst vor, wobei es wenig Diskussionsbedarf gegeben hätte: "Wir waren uns schnell einig", so Stolhofer. Besonderen Wert legt er darauf, auch Arbeiten internationaler Künstler wie etwa Anne Juren und Andrea Bold, die sich in Österreich niedergelassen haben, in der Plattform zu präsentieren. Statt auf Quantität habe man bewusst auf Qualität gesetzt, um die Künstler über einen längeren Zeitraum begleiten zu können, betonte Gareis. Probenräume, Geld und dramaturgische Betreuung stellten die Kooperationspartner zur Verfügung.

Premieren

Zwei Künstlerinnen bringen in Salzburg Stücke zur Premiere: Bold "Schmeichel: Abbau und Fluss" und Juren eine Gemeinschaftsarbeit mit der jungen französischen Choreografin und Tänzerin Alice Chauchat, "J'aime". Gehmacher wird in einem Galerieraum an seinem neuen Stück arbeiten und die Ergebnisse zeigen, außerdem bringt er "mountains are mountains" nach Salzburg. Bitterli entwickelt für die Plattform ihr Duo "und er ein anderer untereinander" weiter, ebenso wie das Gruppenstück "was bleibt von mir?" Das Künstlerkollektiv Superamas, dessen Arbeit sich laut Ploebst durch die "Übersetzung medialer Alltagsklischees in choreografische Muster" auszeichnet, kommt mit "game boys" nach Salzburg.

Ein Booklet mit Beiträgen zu den vorgestellten Künstlern erscheint Ende Dezember und kann über die Szene Salzburg bestellt werden. Stolhofer will die "Begegnung mit der Tanzstadt Salzburg" noch durch die Stadtrundfahrt "Stillstand und Bewegung" intensivieren. Suche man nämlich "eine zeitgenössische Identität in Salzburg, dann findet man sie am ehesten im Tanz," so Stolhofer.

Das benötigte Geld

Die Finanzierung der Plattform läuft nur zu einem "schwachen Drittel" über Mittel der öffentlichen Hand, den Rest tragen die Veranstalter, die aber ihrerseits wiederum öffentliche Subvention beziehen. Linley äußerte den Wunsch, 2006 die Choreographische Plattform nach Linz zu holen. (APA)