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Großbritannien hat nun zugegeben, dass mehrere der im Falkland-Krieg eingesetzten Kriegsschiffe - hier die Flotte im Jahr 2001 - mit Kernwaffen bestückt waren.

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London - Keines der im Falkland-Krieg gesunkenen britischen Schiffe hatte nach Regierungsangaben aus London Atomwaffen an Bord. Während des Kriegs seien die Schiffe "routinemäßig" mit Atomwaffen ausgerüstet gewesen, doch seien diese von Bord genommen worden, bevor die Schiffe argentinische Gewässer anliefen, sagte am Sonntag ein Sprecher des britischen Außenministeriums. Er bekräftigte "kategorisch", dass zu keinem Zeitpunkt des Kriegs mit Argentinien der Einsatz von Atomwaffen vorgesehen gewesen sei.

Die Frage nach den britischen Atomwaffen hatte in den vergangenen Tagen eine diplomatische Krise zwischen beiden Staaten ausgelöst. Am Freitag gab die argentinische Regierung bekannt, dass London erstmals die Existenz von Atomwaffen an Bord der britischen Kriegsschiffe einräumte. Britischen Zeitungsberichten zufolge soll das Kriegsschiff "Sheffield", das am 4. Mai 1982 von der argentinischen Luftwaffe versenkt worden war, ebenfalls Atomwaffen an Bord gehabt haben und nun mit seiner radioaktiven Fracht am Meeresgrund vor Südargentinien liegen. Der argentinische Präsident Nestor Kirchner forderte von London vollständige Aufklärung sowie eine offizielle Entschuldigung. Zu Nestors Forderungen wollte sich der Außenamtssprecher nicht äußern.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums trugen die Schiffe in argentinischem Gewässer keine Atomwaffen, waren aber teilweise innerhalb von der 1982 von der Marine eingerichteten 200-Meilen-Sperrzone rund um die britischen Falkland-Inseln nuklear bestückt.

Auslöser des Falkland-Krieges war die argentinische Invasion der zwischen beiden Staaten umstrittenen Inseln im April 1982. Britische Truppen eroberten die Inseln nach verlustreichen Kämpfen zurück, zweieinhalb Monate später kapitulierte Argentinien. Offiziell endete der Falklandkrieg am 12. Juli 1982. Trotz der Niederlage erhebt Argentinien weiterhin Ansprüche auf das südliche Archipel, das im spanischen Malvinas heißt und auf dem rund 2.300 Menschen leben. (APA)