Wien - Die Vorstandsvorsitzende der Postbus AG, Wilhelmine Goldmann, rechnet für heuer mit einem Gewinn von 3 Mio. Euro. "Es ist vermutlich das erste Mal, dass der Postbus in seinem 96jährigen Bestehen Gewinne schreibt", sagte Goldmann heute, Sonntag, im ORF-Parlamentsmagazin "Hohes Haus". Die Einnahmen aus der Personenbeförderung würden von 180 auf 195 Mio. steigen.

Hauptgrund dafür seien neue Verträge mit den Verkehrsverbünden. Bisher wurden wegen mangelnder Transparenz in Bezug auf Qualität und Fahrgastzahlen der Postbus AG nicht marktübliche Preise bezahlt.

Die Reform, die 2001 mit der Ausgliederung aus der Post begann, habe Kostenklarheit und dezentrale Strukturen gebracht, die es ermöglichen, die tatsächlich entstandenen Kosten für die von Gemeinden gewünschten Dienstleistungen vorzurechnen, so Goldmann.

Mehr Fahrgäste

Auch die Fahrgastzahlen entwickeln sich laut Postbus-Vorstand heuer positiv. Bisher liegen allerdings vergleichbare Zahlen nur aus Tirol vor. Im Zeitraum Jänner bis November gab es einen Zuwachs von 6 Prozent. Verantwortlich dafür sei, dass durch neue Computersysteme Fahrgastströme und -analysen möglich wurden und so auf Fahrgastwünsche besser eingegangen werden könne.

Weiterer Grund für den Turnaround seien drastische Einsparungen. 1997 schrieb der gelbe Bus noch einen Verlust von 400 Mio. S und hatte 4.000 Mitarbeiter. Mit einem Frühpensionierungsmodell konnte viel Personal abgebaut werden - heute beschäftigt die Postbus AG laut Goldmann 2.800 Mitarbeiter, hat 1.467 Busse und jährlich an die 150 Mio Fahrgäste.

Seit September sind Postbus und Bahnbus endgültig in einer Hand. "Das Umstrukturierungsmodell für den Postbus wird beispielgebend auch für die Reform des Bahnbusses sein," gibt sich Goldmann zuversichtlich. Auf die ÖBB-Reform als ganzes werde sich das Postbusbeispiel aber nicht auswirken. (APA)