Bagdad - Bei einer Razzia nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad haben amerikanische Truppen 1,9 Millionen Dollar in bar und gefälschte Papiere beschlagnahmt. Militärsprecherin Josslyn Aberle erklärte am Montag, die Razzia in Samarra habe sich gegen einen mutmaßlichen Finanzier von Terroranschlägen gerichtet. Der Verdächtige sei nicht gefasst worden, die Truppen hätten jedoch einen seiner Verwandten festgenommen und das Geld sichergestellt.

In Mossul im Norden des Landes riegelten US-Soldaten große Teile der Stadt ab, wie Augenzeugen berichteten. Sie hielten Autos an und durchsuchten Menschen auf der Straße. Mindestens drei Hubschrauber kreisten über der Stadt. In Mossul war am Sonntag ein Soldat bei einem Bombenanschlag getötet worden. Zwei weitere wurden verletzt. Im nahe gelegenen Kirkuk entdeckte die irakische Polizei am Montag auf einer Müllhalde ein Waffenlager mit Granaten und Munition. US-Truppen transportierten die Waffen ab.

Japan schickt Soldaten

Nach monatelanger Debatte genehmigte die in Japan regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) von Regierungschef Junichiro Koizumi am Montag die Entsendung von Truppen nach Irak. Das Kabinett könne damit am Dienstag über die Stationierung abstimmen, sagte eine LDP-Sprecherin. Mit einer Zustimmung der Minister wurde gerechnet. Nach dem Plan der LDP sollen die japanischen Truppen im Südosten Iraks stationiert werden und dort bei der Wiederherstellung der Wasserversorgung helfen und medizinische Hilfe leisten. Ein genauer Zeitplan wurde am Montag nicht genannt.

Der staatliche Fernsehsender NHK berichtete, die Regierung wolle zwischen 500 und 700 Bodentruppen entsenden, außerdem gepanzerte Fahrzeuge, bis zu sechs Marineschiffe und etwa acht Flugzeuge. Die Truppen sollten zwischen sechs und zwölf Monaten in Irak bleiben und mit Granatwerfern und anderen Waffen ausgerüstet werden, wie sie noch nicht von japanischen Friedenstruppen eingesetzt worden seien. Die Truppenstationierung ist in Japan umstritten. Ende November waren in Tikrit zwei japanische Diplomaten erschossen worden. Vor dem Büro des Regierungschefs demonstrierten am Montag rund 100 Menschen gegen den Plan zur Truppenentsendung.

Ein südkoreanisches Unternehmen kündigte unterdessen den Rückzug seiner 60 Mitarbeiter aus Irak an, nachdem Ende November zwei seiner Techniker bei einem Überfall nahe Tikrit getötet worden waren. Aus Sicherheitsgründen habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, sagte am Montag ein Firmensprecher in Seoul. Die Firma Omu Electric Co. arbeitete ihm Rahmen eines von den USA finanzierten Projekts an der Wiederherstellung der Stromversorgung in Irak. Die Leichen der beiden getöteten Techniker trafen am Montag in Südkorea ein. (APA/AP)