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Die Preisverleihung 2003

Foto: APA/EPA
Stockholm - Die "Alternativen Nobelpreise" (eigentlich: Right Livelihood Awards) werden künftig möglicherweise nicht mehr in Schweden verliehen. Wegen eines Streits mit den schwedischen Steuerbehörden werde man die Zeremonie womöglich ins Ausland verlegen müssen, sagte der Gründer der Alternativen Nobelpreisstiftung, Jakob von Üxkull, am Montag in Stockholm. Die schwedischen Behörden weigerten sich, der Stiftung der so genannten Right Livelihood Awards weiter Steuervorteile zu gewähren.

"Nicht im Dienste des öffentlichen Interesses"

Von Üxkulls Stiftung ist seit ihrer Gründung 1980 von der Steuer befreit. Dies gilt in Schweden für alle Organisationen, deren Arbeit dem öffentlichen Interesse dient. Nun machen die Behörden laut Üxkull jedoch geltend, dass 2001 Alternative Nobelpreise an zwei Gruppen - die israelische Bewegung Gusch Schalom und die britische Organisation Trident Ploughshares - gegangen seien, die nicht im Dienste des öffentlichen Interesses stünden. Aus diesem Grunde stehe auch der Stiftung keine Steuerbefreiung mehr zu.

"Wir können die Preise nicht in Schweden verleihen, wenn unsere Arbeit besteuert wird", sagte von Üxkull. Er hoffe jedoch, dass die Behörden ihre Entscheidung rückgängig machen würden und die Zeremonie weiter in Stockholm stattfinden könne. Der Stiftung lägen bereits seit mehreren Jahren Angebote der Bundesregierung vor, die Preise in Berlin zu verleihen.

Hintergrund

Der deutsch-schwedische Publizist, Philatelist und zeitweilige Grünen-Politiker von Üxkull hatte den Preis 1980 gestiftet und mit dem Verkauf seiner Briefmarkensammlung finanziert. Die jeweils vier Auszeichnungen pro Jahr werden für besondere Leistungen auf Gebieten wie Umweltschutz, Menschenrechten oder Bekämpfung von Armut vergeben.

Sie verstehen sich ausdrücklich auch als Kritik an den traditionellen Nobelpreisen, die nach Meinung von Üxkulls fast ausschließlich an westliche Preisträger für gesamtgesellschaftlich oft fragwürdige Arbeiten gehen.

Preisverleihung

Die "Alternativen Nobelpreise" dieses Jahres gingen unter anderem an den früheren neuseeländischen Premierminister David Lange für dessen Einsatz gegen Atomwaffen. Die Dotierung beträgt insgesamt umgerechnet 220.000 Euro, die Verleihung fand Montagabend in Stockholm statt.

Weitere Preise gingen an die philippinischen Globalisierungskritiker Walden Bello und Nicanor Perlas, die südkoreanische "Bürgerkoalition für wirtschaftliche Gerechtigkeit" und die biodynamische Unternehmensgruppe SEKEM sowie deren Gründer Ibrahim Abouleish aus Ägypten. (APA/red)