Stuttgart - Im Rennen um den Chefsessel im Stuttgarter Schauspielhaus hat eine aussichtsreiche Kandidatin freiwillig aufgegeben: Die amtierende Freiburger Theaterintendantin Amélie Niermeyer zog ihre Bewerbung um die Nachfolge von Theaterintendant Friedrich Schirmer nach eigenen Angaben zurück. Niermeyer war neben dem Stuttgarter Dramaturgen Hasko Weber stets als Favoritin genannt worden. Offizielle Angaben zum Kreis der Bewerber gab es nicht. Eine abschließende Sitzung der Findungskommission ist noch geplant.

"Ich habe Bochum und die letzte Runde in Stuttgart trotz sehr guter Chancen abgesagt", sagte Niermeyer. "Ich möchte meine ganze Kraft auf das Theater Freiburg in der jetzigen Phase von Finanzen und Umwandlung verwenden, und kann nicht parallel dazu eine so große Herausforderung wie Stuttgart seriös vorbereiten."

Die 37-Jährige Niermeyer, eine der jüngsten Intendantinnen Deutschlands, hatte sich in ihrem ersten Freiburger Amtsjahr als Kämpferin gegen eine allzu rigorose Sparpolitik im Kulturbereich bundesweit einen Namen gemacht. "Meine Zukunft in Freiburg wird davon abhängen, ob das derzeitige künstlerische Niveau gehalten werden kann", hatte sie zuletzt gesagt. Schirmer tritt 2005 die Nachfolge von Tom Stromberg am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg an. (APA/dpa)