Der Kinderkanal von ARD und ZDF (Ki.Ka) will auch ab 2005 sein Abendprogramm ausstrahlen. Das sagte Ki.Ka-Geschäftsführer Frank Beckmann am Montagabend in Hamburg. Ob der derzeitige "Probebetrieb" zwischen 19 und 21 Uhr fortgesetzt werde, hänge von der Finanzierung des Kinderkanals ab. "Die gegenwärtige Gebührendiskussion darf nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden", sagte Beckmann.

Der Kinderkanal sendet seit Beginn dieses Jahres nach 19 Uhr. Das Programm werde bundesweit bis auf Hessen, Hamburg und Bremen analog in die Kabelnetze eingespeist. Im November sahen täglich rund 120.000 Kinder zwischen drei und 13 Jahren nach Messungen der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg das Spätprogramm. Im derzeitigen Testbetrieb müssten alle 45 Mitarbeiter des in Erfurt ansässigen Senders Mehrarbeit leisten, sagte Beckmann.

Nachteil

Ein Nachteil ist aus seiner Sicht: Um den Testbetrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können, würden jetzt "wertvolle Lizenzen verbrannt", was auf Dauer nicht gehe. Der Kinderkanal (Jahresetat: 65 Millionen Euro) bezieht monatlich 16 Cent Gebühren. Beckmann: "Ein Anruf bei Neun live für 49 Cent kostet den Gebührenzahler in etwa so viel, wie er für drei Monate Kinderfernsehen hinlegen muss", sagte Beckmann.

Experten gehen davon aus, dass der Ki.Ka für den weiteren Betrieb am Abend rund 18 bis 20 Cent braucht. Beckmann sagte, die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) habe den "Mehrbedarf" für den Ki.Ka geprüft und "positiv" beschieden. Am 8. Jänner legt die KEF ihren Bericht vor, auf dessen Grundlage die Ministerpräsidenten der Länder einen neuen Gebührenstaatsvertrag abschließen müssen. (APA/dpa)