Washington - Eine private Initiative hat in den USA eine Medienkampagne gestartet, um den angeblichen Zusammenhang zwischen großen Autos und Terrorismus aufzuzeigen. Das "Detroit Projekt" richtet sich an die in Detroit angesiedelte Autoindustrie sowie an die Autokäufer und kritisiert eindringlich, dass viele Amerikaner so genannte "SUV's" (Sports Utility Vehicles, sportliche Geländewagen) kaufen, ohne diesen Autotyp eigentlich zu brauchen. Die Kolumnistin Arianna Huffington hat das Projekt ins Leben gerufen und die umstrittenen Fernsehspots initiiert.

Nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern auch wegen der Außenpolitik sollten die Autofahrer auf kleinere und sparsamere Wagen umsteigen: Durch den erhöhten Benzinverbrauch der schweren Autos werde sogar Terrorismus unterstützt, wird in den Spots suggeriert. Durch die SUVs werde nämlich die Abhängigkeit der USA von ausländischem Öl aus undemokratischen Staaten, die Terroristen sponsern, vergrößert.

"Das ist George"

"Das ist George", beginnt einer der Spots und zeigt einen Mann beim Auftanken seines Autos. "Das ist das Benzin, das George für seinen SUV (Geländewagen) gekauft hat. Das ist der Öl-Manager, der George das Benzin für seinen SUV verkauft hat. Das sind die Länder, wo der Manager das Öl für das Benzin gekauft hat, das George für seinen SUV gekauft hat. Und das sind die Terroristen, die das Geld von diesen Ländern bekommen, jedes Mal, wenn George seinen SUV volltankt."

Der Text ist eine Parodie auf einen seit längerem im US-Fernsehen laufenden Anti-Drogen-Spot, in dem eine ähnliche Kette von einem amerikanischen Drogenkonsumenten zu einem Mord durch die Drogen-Mafia im Erzeugerstaat hergestellt wird. In einem zweiten Kurzfilm werden die Argumente für den Kauf von Geländewagen ("Ich will hoch sitzen") mit "Bekenntnissen" ("Ich half einen Nachtclub in die Luft zu sprengen") gemischt.

Die Reaktionen der US-Konsumenten auf die ungewöhnliche Kampagne sind noch nicht sicher, aber die Autoindustrie scheint zunehmend verunsichert. Zwar waren die Verkäufe der SUVs 2002 um sechs Prozent gestiegen, doch die Zukunft bleibt angesichts des zunehmenden Spotts unklar. "Die größten Geländewagen werden uncool", berichtete das "Wall Street Journal". Im Herbst hatte bereits eine andere TV-Kampagne in den USA für Aufsehen gesorgt: Christliche Gruppen hatten einen Spot kreiert unter dem Motto: "Welches Auto würde Jesus fahren?" (APA)