Wieder einmal hat der Konflikt um die "Kronen Zeitung" am Donnerstag das Landesgericht Wien beschäftigt. Diesmal ging es um eine Klage von "Krone"-Chef und Hälfteeigentümer Hans Dichand gegen seinen langjährigen Wegbegleiter Friedrich "Bibi" Dragon. Dieser gehört als Vertreter der WAZ-Gruppe, die die andere Hälfte am Kleinformat hält, mittlerweile zu Dichands Intimfeinden. Bei der ersten Tagsatzung war keiner der Kontrahenten zugegen, fortgesetzt wird das Verfahren im Februar.

Üble Nachrede

Anlass der Klage wegen übler Nachrede ist eine Aussage Dragons in der "Presse" im Zuge der kontroversiellen Aussagen von Dichands Sohn Michael über angebliche Verbindungen der WAZ zur Balkan-Mafia. Dragon vertrat in der "Presse" die Ansicht, dass Dichand senior wohl von den Unternehmungen seines Sohnes gewusst haben musste. Daraufhin klagte Hans Dichand.

Dragons Rechtsvertreter Daniel Charim vertrat im Verfahren den Standpunkt, dass es "kein ehrenrühriger Vorwurf" sei, zu behaupten, Hans Dichand habe gewusst, "was sein Sohn tut oder recherchiert". Dragons Aussage sei in der "Presse" richtig zitiert. Charim sowie Martin Piaty, Anwalt der "Presse", wollen nun den Wahrheitsbeweis erbringen, die Verhandlung wurde zu diesem Zweck vertagt. Fortgesetzt wird sie am 12. Februar 2004. (APA)