Mailand - 150.000 Tote und in Summe 5,5 Millionen "Krankheits-Jahre" hat es nach den Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein im Jahr 2000 weltweit als Folge der Klimaveränderungen gegeben. Die WHO präsentierte in diesem Zusammenhang am Donnerstag bei der UNO-Klimakonferenz in Mailand eine neue Studie mit dem Titel "Klimaveränderung und menschliche Gesundheit - Risiken und Gegenstrategien".

Laut WHO ist die Erderwärmung mit ihren Wetter-Auswirkungen für 2,4 Prozent aller Fälle von schwerem Durchfall und für zwei Prozent der Malariaerkrankungen weltweit verantwortlich. "Bis jetzt waren alle wissenschaftlichen Arbeiten zum Klimawechsel darauf angelegt, in zehn, 20 oder 50 Jahren Resultate zu bringen. Aber wir müssen jetzt sofort Maßnahmen ergreifen, um das Leben der Menschen zu schützen", betonte Dr. Kerstin Leitner, die für Nachhaltige Entwicklung und Gesunde Umwelt zuständige Vize-Direktorin der WHO.

Konsequenzen für Gesundheit

Leitner wies darauf hin, dass es immer mehr Hinweise darauf gebe, dass die Änderungen im Weltklima deutliche Konsequenzen für die Gesundheit der Menschen in den Staaten überall auf der Welt bringen. Die potenziellen Gesundheitsauswirkungen müssten vor allem jene Erdenbürger besser verstehen, die am verletzlichsten seien.

Laut WHO-Prognosen dürfte etwa das Diarrhö-Risiko in manchen Regionen der Dritten Welt durch den Treibhauseffekt bis 2030 um zehn Prozent steigen. Klettert die globale Durchschnittstemperatur um zwei bis drei Grad Celsius, rechnen die WHO-Experten damit, dass es für drei bis fünf Prozent mehr Menschen als bisher ein Malaria-Risiko gibt - die paar Prozent bedeuten: mehrere hundert Millionen Personen. (APA)