Der US-Telekommunikations-Konzern AT&T will seinen Kunden in Zukunft einen internet-basierten Telefon-Service anbieten. Die Technologie, auch als Voice over Internet Protocol (VoIP) bekannt, soll es dem Unternehmen ermöglichen, sowohl Nah- als auch Ferngespräche günstiger anzubieten. Das teilte das Wall Street Journal (WSJ) am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise mit.

Eine Million Kunden

Demnach sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre über eine Mio. Kunden das neue Angebot nutzen. Durch die Anwendung von VoIP sei AT&T nicht mehr auf die regionalen Telefon-Gesellschaften angewiesen, von denen es bisher die lokalen Leitungen mieten musste. Der internet-basierte Telefon-Service soll auf 100 Märkten platziert werden, angefangen mit drei an der Ostküste. Außerdem plane AT&T eine erhebliche Erweiterung existierender Telefon-Angebote auf VoIP-Basis für Geschäftsleute.

Grundlegende Veränderungen

VoIP hat das Telefon-Geschäft laut WSJ mittlerweile grundlegend verändert. Der Service, mit dem die Gespräche in digitale Daten umgewandelt und über Internet versendet werden, erlaube einer großen Anzahl von Gesellschaften, Telefon-Dienste anzubieten, ohne ein teures Netzwerk aufbauen zu müssen. "VoIP ist die bedeutendste, fundamental neueste Technologie in der Telekommunikation seit Jahrzehnten und wird den Kunden einen ungeheuren Nutzen bringen", heißt es in einer Erklärung von AT&T.

"Broadband Voice"

Die Tochtergesellschaft PLC des Telekom-Unternehmens British Telecom (BT) setzt nach Angaben des Wall Street Journals ebenfalls auf VoIP. Das Unternehmen wolle einen kostengünstigen Telefon-Service namens "Broadband Voice" anbieten. BT nutze dafür die Breitband-Internet-Zugänge der TV-Kabel-Gesellschaften NTL und Telewest Group . Eine spezielle Box wandelt die Gespräche um und versendet sie via Internet. Erst am Dienstag hatte der US-Kabel-TV-Betreiber Time Warner Cable einen US-weiten VoIP-Dienst angekündigt.(pte)