Bangui - Nach einer Reihe von blutigen Zusammenstößen in der Zentralafrikanischen Republik hat Staatschef General Francois Bozize am Donnerstag Ministerpräsident Abel Goumba entlassen. Das gab Regierungschef Oberstleutnant Parfait M'Baye im staatlichen Rundfunk bekannt. Bozize, der im März durch einen Putsch mit Hilfe von Söldnertruppen aus dem Tschad an die Macht gekommen war, hatte den langjährigen Oppositionellen und früheren UNO-Beamten Goumba als Finanz- und Wirtschaftsfachmann an die Spitze des seit April amtierenden Kabinetts berufen.

Demonstrationen in der Hauptstadt

In den vergangenen Wochen war es in der Hauptstadt Bangui zu blutigen Demonstrationen gegen die Stationierung von regierungstreuen Söldnern aus dem Tschad gekommen. Dabei hatte die aufgebrachte Menge mehrere der Söldner gelyncht.

Die Zentralafrikanische Republik, die ehemalige französische Kolonie Oubangui-Chari, war seit ihrer Unabhängigkeit 1960 immer wieder Schauplatz von Militärrevolten und Aufständen. 1966 wurde der erste Präsident, David Dacko, von Oberst Jean-Bedel Bokassa gestürzt, der eine Diktatur errichtete und sich 1977 als Bokassa I. zum "Kaiser" krönen ließ. Eine französische Militärintervention beendete 1979 Bokassas Terrorherrschaft und brachte Dacko zurück an die Macht, doch hielt sich dieser nur bis 1981, als General Andre Kolingba durch einen Putsch die Regierungsgewalt an sich riss. 1993 wurde Bokassas ehemaliger Premier Ange-Felix Patasse Präsident. Im vergangenen März übernahm Bozize die Macht.

Goumba hatte Anfang der Neunzigerjahre die oppositionelle "Patriotische Fortschrittsfront" (FPP) gegründet und 1993 und 1998 erfolglos bei Präsidentenwahlen kandidiert. (APA)