Salzburg - Der Kartellstreit zwischen der Salzburger Arbeiterkammer und dem Skiverbund "amade" ist beigelegt. AK und Österreichs größter Skiverbund haben sich geeinigt, den Zusammenschluss der fünf "amade"-Skigebiete in Salzburg und der Steiermark beim Kartellgericht anzumelden. Die AK unterstütze das Anmeldeverfahren, nachdem der Skiverbund zugesichert habe, dass ab der Saison 2004/05 unterschiedliche Preise bei Tagesskipässen möglich sein werden, verkündete Salzburgs AK-Präsident Siegfried Pichler am Donnerstag.

Laut Pichler habe die Bundeswettbewerbsbehörde bereits "grünes Licht gegeben". Für den AK-Präsidenten ist Ski-amade" ab sofort ein "gutes Kartell". Ausgangspunkt der Einigung, welche den Tagesgästen vor allem bei kleineren Skigebieten statt des Einheitspreises deutlich billigere Liftkarten bescheren dürfte, war ein Urteil des Kartellgerichtes in Wien vom November. Geklagt wurde gegen den Einheitspreis in allen Verbund-Skigebieten, obwohl Gäste die 860 Abfahrtskilometer auch theoretisch nicht ausnutzen hätten können.

Genehmigungspflichtiges Kartell

In diesem auf Antrag von Bundesarbeiterkammer und Bundeswettbewerbsbehörde gefälltem Urteil wurde festgestellt, dass "Ski-amade" ein genehmigungspflichtiges Kartell sei. "Andere Skiverbünde in Österreich werden gut beraten sein, sich diesen Spielregeln zu unterwerfen", betont Salzburgs AK-Direktor Gerhard Schmidt die österreichweite Bedeutung dieses Urteils.

Nach ersten Schätzungen der "amade"-Betreiber dürften die Tageskarten in kleineren Skigebieten des Verbundes - wie beispielsweise in Filzmoos - um bis zu 30 Prozent günstiger werden. Derzeit kostet die Tageskarte im Verbund für Erwachsene 33,5 Euro.

Größere Umsatzeinbußen befürchtet man durch die neue Regelung nicht, die Betreiber rechnen vor allem mit einem verstärkten Gästeaufkommen aus Mittel- und Osteuropa. "Ski-amade" kommt auf einen Jahresumsatz von insgesamt 132 Millionen Euro. Für die Saison 2003/2004 wurden 36 Mio. Euro investiert.Bei den 22 beteiligten Seilbahngesellschaften sind 550 Menschen ganzjährig und etwa 880 saisonal beschäftigt. (neu, Der Standard, Printausgabe, 12.12.2003)