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Foto: EPA/MENAHEM KAHANA
Hamburg - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat die Errichtung der umstrittenen Sperranlage zum Westjordanland als unabdingbar verteidigt. Der Zaun sei "nicht die Antwort auf alle Probleme", sagte Sharon der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Er sei aber eine von "mehreren Maßnahmen, um Terroranschlägen vorzubeugen". Palästinensische Selbstmordattentäter sollten daran gehindert werden, "ihre Ziele in Jerusalem oder anderswo in Israel zu erreichen". Seine Regierung beobachte bereits jetzt, dass Terrorkommandos nicht mehr dort zuschlügen, wo der Zaun bereits errichtet sei.

Nach Sharons Worten muss der Sperrwall keine dauerhafte Einrichtung bleiben. "Wenn es keinen palästinensischen Terror mehr gibt, gibt es keinen israelischen Zaun mehr." Deshalb sei die Anlage zwischen Israel und den Palästinensergebieten auch "keine politische Grenze".

Der israelische Regierungschef zeigte Verständnis für die Verärgerung der Palästinenser über die Sperranlage: "Gewiss. Dieser Zaun ist nicht sehr angenehm für die Palästinenser." Deshalb unternehme Israel zahlreiche Schritte, um ihnen das Leben zu erleichtern. Wenn er aber zu entscheiden habe zwischen der Zufriedenheit der Palästinenser und der Sicherheit Israels, brauche er "keine zwei Sekunden". Seine Aufgabe sei es, "israelische Bürger zu schützen und vor Terror zu bewahren".

Israels Regierungschef will Arafat nicht ins Exil schicken

Der palästinensische Präsident Yasser Arafat soll nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon nicht ins Exil geschickt werden. "Ich plane nicht, Jassir Arafat auszuweisen", sagte Sharon der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Arafat dürfe sich frei bewegen und reisen. Allerdings bedeute das nicht, "dass er anschließend nach Ramallah zurückkehren darf".

Sharon warf Arafat vor, lieber in Ramallah im Westjordanland zu bleiben, um dortige "führende Terroristen" zu schützen. Dabei handle es sich unter anderen um Männer wie den Chef seiner Präsidentengarde und seiner Sicherheitsabteilung. Erneut machte Sharon den PLO-Chef persönlich für das "Blutvergießen in Israel" verantwortlich: "Seitdem Jassir Arafat vor Jahrzehnten politische Verantwortung übernommen hat, war er an der Tötung tausender Menschen beteiligt". (APA/dpa)