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Verstärktes Aufgebot von Polizei und Militär in Abidjan.

Foto: REUTERS/Luc Gnago
Abidjan - Eine Versuch zur gewaltsamen Übernahme des staatlichen Fernsehens im afrikanischen Staat Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) ist am Freitag nach einem zweistündigen Feuergefecht gescheitert. Bei den Kämpfen wurden 18 Menschen getötet, darunter ein Soldat, wie Verteidigungsminister Rene Amani mitteilte. "Die Situation ist unter Kontrolle", erklärte der Minister am Nachmittag in einer von dem überfallenen Sender ausgestrahlten Fernsehansprache.

Es handle sich um einen sehr ernsten Vorfall, der untersucht werden müsse, so der Minister in seiner TV-Ansprache. Amani erklärte, die "Aggressoren" seien festgenommen worden.

Vorläufer von Putschversuchen

Mit der Übernahme des staatlichen Fernsehens haben in Cote d'Ivoire häufig Putschversuche und Staatsstreiche begonnen. Kabinettsminister Theodore Mel erklärte, die Regierung habe diesmal einen Hinweis auf die kurz bevorstehende Revolte erhalten und noch über Nacht die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Putschversuch 2002 vereitelt

Aus Kreisen der Militärpolizei verlautete, die Angreifer hätten T-Shirts mit dem Namen einer der Milizen getragen, die vor einem Jahr zum Schutz der Regierung vor Aufständischen gegründet worden war. Ein vereitelter Putschversuch gegen Präsident Laurent Gbagbo hatte im September 2002 einen Bürgerkrieg ausgelöst, der im Juli offiziell für beendet erklärt wurde. Damals wurde eine Regierung der Nationalen Einheit unter Beteiligung der Rebellen gegründet, die das Kabinett im September jedoch unter Protest verließen.

Am 30. November hatten Regierungssoldaten den staatlichen Fernsehsender gestürmt und zeitweise unter ihre Kontrolle gebracht. Sie forderten die Bürger zu neuen Angriffen auf die Rebellen auf, die den Norden des Landes kontrollieren. (APA/dpa)