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Haydar Alijew mit seinem Sohn und Nachfolger

Foto: reuters
Cleveland - Nach dem Tod des früheren Staatspräsidenten Haydar Alijew hat die Regierung Aserbaidschans am Samstag eine siebentägige Staatstrauer angeordnet. Alijew war am Freitag in einem Krankenhaus in Cleveland im US-Staat Ohio gestorben. Als sein Nachfolger war Ende Oktober sein Sohn Ilham vereidigt worden.

Putin sprach Beileid aus

Der russische Präsident Wladimir Putin übermittelte Ilham Alijew telefonisch sein Beileid. Der türkische Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer sprach von einem Verlust für Aserbaidschan und die gesamte internationale Gemeinschaft, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan würdigte den Toten als eine "große Führungspersönlichkeit". Alle staatlichen Fernsehsender zeigten am Samstag ausschließlich Dokumentationen über Alijews Leben, begleitet von klassischer Musik. Im ganzen Land wehten die Flaggen auf Halbmast, in der Hauptstadt Baku legten die Menschen Blumen vor dem Präsidentenpalast nieder.

Begräbnis am Montagnachmittag

Alijews Leichnam wird am (morgigen) Sonntag in Baku erwartet. Die Bürger können dem Verstorbenen im Palast der Republik in Baku ab Montagmorgen die letzte Ehre erweisen. Das Begräbnis soll dann am Montagnachmittag stattfinden.

Alijew war seit August mit Herz- und Nierenproblemen in den USA behandelt worden. Er hatte eine klassische Sowjet-Laufbahn in der Hierarchie des Geheimdienstes KGB gemacht und war unter Leonid Breschnjew als einer von ganz wenigen Nicht-Russen KPdSU-Politbüromitglied und Vizepremier der UdSSR. Nach offizieller Geschichtsschreibung hat sich Alijew nach den Baku-Massakern vom 20. Juni 1990 von der KPdSU abgewandt. 1993 wurde er Präsident des unabhängig gewordenen Aserbaidschan, nachdem der erste Präsident, der Nationalist Abulfas Elcibey, nach einer Militärrebellion sein Amt aufgeben musste. (APA)