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Erste Bank wuchs unter Treichls Führung zu einem Konzern mit 30.000 Mitarbeitern

Foto: Reuters/ HEINZ-PETER BADER

Wien - Das Wirtschaftsmagazin "trend" wählte Erste-Bank-Chef Andreas Treichl zum Mann des Jahres 2003. "trend" würdigt damit, dass unter anderem der Börsenwert der einstigen Regionalbank am Wiener Graben - rund sechs Milliarden Euro - erstmals jenen der größeren Bank Austria übersteigt. Treichl gelang es 2003 außerdem, mit dem Kauf der ungarischen Postabank seine Oststrategie entscheidend voranzutreiben. Die Auszeichnung gelte aber auch seiner Gesamtleistung, so "trend" in einer Vorausmeldung am Sonntag.

Erfolgreichste Bank Österreichs

Die Erste Bank wuchs unter Treichls Führung zu einem Konzern mit 30.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 131 Milliarden Euro. Sie sei damit in diesem Jahr die erfolgreichste Bank Österreichs. Das spiegle sich auch im Aktienkurs wieder. Inhaber von Erste-Aktien konnten heuer dank Treichls-Strategie laut "trend" einen Vermögenszuwachs um ein Drittel verbuchen.

Prototyp des harten Managers

"trend" sieht Treichl als den "Prototyp des harten Managers im Globalisierungszeitalter". Die Erste werde heuer einen Rekordgewinn nach Steuern von 320 Millionen Euro erzielen. Damit konnte Treichl seit seinem Amtsantritt als Generaldirektor der Ersten 1997 den Gewinn verzehnfachen. Andererseits hat Treichl im selben Zeitraum länderübergreifend rund 10.000 Mitarbeiter abgebaut.

Möglich wurde der Höhenflug der Erste Bank durch eine 2,5 Milliarden Euro teure Expansion in Zentraleuropa. Nach der ungarischen Mezöbank erwarb die Erste 2001 für insgesamt 1,3 Milliarden Euro die Ceska Sporitelna mit damals 17.000 Mitarbeitern und 5,4 Millionen Kunden. Im Februar 2002 folgte in der Slowakei die Slovenska sporitelna mit 2,3 Millionen Kunden um 600 Millionen Euro und schließlich die kroatische Rijecka Banka. Heuer gelang es Treichl in einem erbitterten Match mit der Bank Austria die ungarische Postabanka mit 480.000 Kunden und 113 Filialen um die Rekordsumme von 400 Millionen Euro zu erwerben.

Andreas Treichl habe es damit geschafft, sein Institut in wirtschaftlich schwierigen Zeiten optimal zu positionieren. Die Erste ist jetzt genau in jenen Märkten vertreten, in denen in den nächsten Jahren das stärkste Wachstum in Europa erwartet wird. Die beste Zinsmarge fährt die Erste in der Slowakei ein (Österreich 1,4 Prozent, Tschechien 2,8 Prozent, Ungarn 4 Prozent, Slowakei und Kroatien über 5 Prozent). Treichl selbst verdient laut "trend" in diesem Jahr eine Million Euro brutto. (APA)