23.11. Stronach bietet max.Klubs je zehn Millionen pro Jahr Baden - Seit Wochen wird darüber diskutiert und spekuliert. Jetzt liegen sie Schwarz auf Weiß auf dem Tisch: Die Pläne von Frank Stronach für eine bessere Zukunft im heimischen Fußball. "Ich will weder die Bundesliga noch einen Klub kaufen, sondern den Sport mit einem eigenen TV-Wettkanal und Akademien für den Nachwuchs auf eine gute Basis stellen", verkündete der Magna-Chef am Montag in Badener Kongreßhaus, nachdem er mit seinem Team zuvor die Präsidenten und Manager der Vereine von seinen Ideen und Perspektiven in Kenntnis gesetzt hatte. "Alles, was wir wollen, sind die TV-Exklusivrechte der Klubs, dafür erhält jeder Verein der max.Liga 10 Mio. S pro Jahr. Der Sport ist für ein Land wichtig, auch der Fußball, und ich glaube, daß dieses Projekt ökonomisch Sinn macht. Alle Klubs bleiben wie bisher eigenständig", sagte der Austro-Kanadier, der mit seinem Angebot einen Großteil der Bundesliga überzeugt hat, aber keinen Zeitdruck sieht. Das Offert gelte bis auf weiteres. Das sei eine faszinierende Vision, die Grundstimmung sehr positiv, aber inhaltlich mache sich jeder seine Gedanken, sagte Bundeslia-Präsident Gerhard Skoff. Nächster Schritt ist nun die Gründung einer Arbeitsgruppe mit Funktionären der Bundesliga und Stronach-Vertretern, in der die Detailfragen geklärt werden sollen. "Erst wenn die Absichtserklärung durch die Bundesliga angegnommen wird, sind ingesamt 100 Mio. S fällig", sagte Skoff, der als realistischen Beginn der Umsetzung den Saisonbeginn 1999/2000 nennt. Die 10 Mio. S bleiben den Vereinen auch dann, sollte der TV-Wett- und Sportkanal nicht zustande kommen. Dann sind die Gelder eben ein willkommenes Sponsoring durch Stronach. Das Um und Auf des Konszepts des geschäftstüchtigen Milliardärs ist ein besseres Marketing-Management, das über die eingenständige Magna-Tochtergesellschaft Sportwetten GmbH abgewickelt werden soll. "Mit mehr Geld kann man die guten Spieler halten, damit wird die Spitze breiter und die Breite größer", glaubt der Magna-Chef mit steirischen Wurzeln. Die große Frage ist aber, wie schnell der gebürtige Weizer die Lizenz für einen TV-Kanal duch die Behörden erhält. "Wir selbst können dabei sehr schnell reagieren". Er hoffe, daß es keine Widestände gibt, erste Kontakte hätten ihn optimistisch gestimmt. "Ich bin zuversichtlich, daß es eine Genehmigung geben wird". 30.11. Vertreter der Erstdivisionäre treffen Stronach Wien - Magna-Chef Frank Stronach, der den heimischen Spitzenfußball mit revolutionären Ideen beleben will, absolviert derzeit einen Sporttermin nach dem anderen. Am Sonntag hatte der Austro-Kanadier in Kitzbühel einen Gedankenaustausch mit Tirol- Präsident Martin Kerscher und Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, Dienstag mittag trifft er in Großwaltersdorf Vertreter der Erstdivisionäre, die ebenfalls an dem in Aussicht gestellten Finanzkuchen mitnaschen wollen. Mit dabei ist auch der frühere Bundesliga-Generalsekretär Reinhard Nachbagauer, der mit einem Konsulentenvertrag zumindest bis Februar dem Fußball verbunden ist. 3.12. Stronach erläuterte auf der Austria Wien-Generalversammlung seine Liga-Pläne: Investitionen von rund zwei Milliarden Schilling Wien - An der Generalversammlung des heimischen Fußball-max.Bundesligisten Austria Wien nahm auch Frank Stronach teil, der als ordentliches Mitglied und einem Beitrag von jährlich 3.000 S Stimmrecht besitzt. Der Magna-Chef, der seine erste Liebe zum Fußball bei der Violetten entdeckt hat, erläuterte im Detail seine Projekte mit der heimischen Bundesliga und seine Pläne mit der Austria. Der Austro-Kanadier erklärte in seinem Vortrag, daß er für das Projekt nun insgesamt rund zwei Milliarden Schilling investieren wolle und er unterstrich auch, daß die Vereine unabhängig bleiben würden. "Die Grundstimmung unserer Mitglieder dazu war durchaus positiv", berichtete Markus Kraetschmer, der für die Administration zuständige Austria-Manager, über die Rekationen. Kraetschmer kündigte an, daß das Präsidium mit Präsident Rudolf Streicher und dessen "Vize" Georg Sattler und Peter Pelinka in den nächsten Wochen und Monaten mit Stronach über einen Vertrag verhandeln werde. 6.12. GAK-Chef schloß per Handschlag mit Stronach 20 Millionen-S-Vertrag Die Grazer durften sich mit einem vorweihnachtlichen Geschenk über die Niederlage gegen Rapid im letzten Spiel des Jahres trösten. Präsident Peer Svetits hat per Handschlag mit Frank Stronach einen Vertrag abgeschlossen. Dieser bringt zehn Millionen S als Soforthilfe und weitere zehn für das Überlassen der TV-Rechte ab 2004. 11.12. Stronach-Millionen auch für Vorwärts Steyr Steyr - Das "Christkindl" bescherte den SK Vorwärts Steyr, der in der Fußball-max.Bundesliga mit Punkten ohnehin nicht gesegnet ist, schon jetzt: Nach Austria Wien, SV Salzburg, FC Tirol und dem GAK erhalten nun auch die Oberösterreicher durch Mäzen Frank Stronach Millionen ohne eine Gegenleistung. "Es ist ein Geschenk, das Geld sollen wir noch vor Weihnachten erhalten", sagte am Freitag Alois Radlspäck, der Sportdirektor von Vorwärts. Die Geldquelle wurde nach einem Treffen von Vertretern des Magna- Konzerns und den Steyrern "aktiviert". "Bei dem Betrag handelt es sich um einige Millionen Schilling. Im Februar werden wir einen Vertrag unterschreiben, der uns weitere Millionen bringt", meinte Radlspäck, der auch nach dem Verkauf von Bradaric an SV Salzburg finanziell etwas aufatmen kann. "Wir werden die Stronach-Gelder für Zahlungen an das Finanzamt, und die Krankenkasse sowie für Spielergehäler verwenden", kündigte der Funktionär des Tabellenschlußlichts an. Ziel sei es, im Februar das Lizenzierungsverfahren durch die Bundesliga diesmal ohne große Probleme überstehen, fügte Radlspäck hinzu. 11.12. Auch FC Tirol unterzeichnete Vertrag mit Stronach Innsbruck - Nach Schlußlicht Vorwärts Steyr schloß nun auch der FC Tirol einen mehrere Millionen Schilling dotierten Vertrag mit Frank Stronach ab. In dieser Woche wurde die Kooperation zwischen dem austro-kanadischen Magna-Chef und dem Fußball-max.Bundesligisten von der Generalversammlung des Klubs einstimmig abgesegnet. Der Vertrag wurde mit Stronachs Sportwetten GmbH abgeschlossen und ist rechtskräftig. "Jetzt ist alles unter Dach und Fach. Die letzten Details wurden geklärt", berichtete am Freitag der Innsbrucker Klub- manager Robert Hochstaffl zufrieden. "Dank unseres neuen Partners Frank Stronach können wir uns wirtschaftlich und sportlich wieder nach oben orientieren", sagt Hochstaffl. Milliardär und Fußball-Mäzen Stronach sowie die Innsbrucker waren einander schon längere Zeit über eine zukünftige Zusammenarbeit einig, doch nun wurde sie mit den Unterschriften sozusagen auch "offiziell". 12.12. Vienna steht Stronach-Plänen positiv gegenüber, aber ... Wien - Auch die Vienna steht dem Projekt von Frank Stronach grundsätzlich positiv gegenüber. Aber auf der Hohen Warte waltet doch eine gewisse Vorsicht. "Wenn uns jemand etwas schenken möchte, werden wir es annehmen. Doch ich unterschreibe nur einen Vertrag, der von unseren Rechtsanwälten geprüft ist und der auch den Satzungen unserer Bundesliga entspricht", sagte am Samstag Heinz Havelka, der Präsident des Fußball-Erstligisten. Die Vienna habe über die Bundesliga Partner wie Casinos Austria, Lotto, Toto ORF usw. und sie pflege diese gültige Vereinbarungen auch einzuhalten, versicherte Havelka, der damit ganz auf einer Linie mit ÖFB-Präsident Beppo Mauhart liegt. Dieser hatte am Freitag abend während der Weihnachtsfeier des "Club der Freunde der Nationalmann- schaft" alle beschworen, Rückgrat zu bewahren. "Wir werden uns zu dem Thema auch erst dann detailliert äußern, wenn die Bedingungen genau auf dem Tisch liegen", sagte der Vienna-Präsident. 14.12. SV Salzburg ebnete Weg zu Zusammenarbeit mit Stronach Salzburg - Auf der Generalversammlung des Fußball- Bundesligaklubs SV Salzburg wurde am Montag einstimmig beschlossen, daß der Verein die Möglichkeit hat, die TV-, Radio- und Wettrechte abzutreten. Damit wurde der Weg zu einer Kooperation mit der Sportwetten GmbH von Frank Stronach geebnet. 16.12. Admira-Mitglieder waren einstimmig für Stronach-Vertrag Wien - Frank Stronachs Fußball-Pläne haben nach dem FC Tirol, GAK, SV Salzburg und Vorwärts Steyr nun auch beim VfB Admira/Wacker Mödling einen "Abnehmer" gefunden. Bei der Generalversammlung der Niederösterreicher, die am Dienstag abend im Congress-Casino Baden stattfand, wurde von den Vereinsmitgliedern der Vertrag mit Frank Stronach einstimmig angenommen und Hans Werner Weiss als Präsident wiedergewählt. 17.12. Bundesliga bildete Komitee für Stronach-Verhandlungen Wien - Die Präsidenten-Konferenz der heimischen Fußball- Bundesliga (max.Ligisten und Erstdivisionäre), die am Donnerstag im Wiener Hotel Holiday Inn Crowne Plaza tagte, einigte sich auf gemeinsame Verhandlungen mit Frank Stronach. Die Gespräche über das vorliegende Projekt des Magna-Chefs werden in Zukunft nicht mehr einzeln von den Klubs, sondern von einem zwölfköpfigen Komitee geführt werden. Dem Gremium gehört der komplette achtköpfige Bundesliga-Vorstand mit Präsident Gerhard Skoff sowie Rudolf Quehenberger (SV Salzburg) und Günther Kaltenbrunner (Rapid) an der Spitze an. Weiters werden in der Verhandlungsrunde Andreas Grundei (Rechtsanwalt), Josef Schlenk (Alpen-Treuhand GmbH), Alexander Puttinger (Vize-Präsident SV Ried) und Siegfried Grutschnig (Obmann SV Spittal/Drau) sitzen. "Die TV- Rechte gehören nicht den Klubs, sondern der ganzen Liga", sagte dazu Bundesliga-Sprecher Peter Rietzler. (APA)