Istanbul - Die türkische Polizei hat einen mutmaßlichen Mittäter der Selbstmordanschläge von Istanbul verhaftet. Der Mann sei bereits vor einigen Tagen festgenommen worden, teilten die Behörden am Sonntag mit, die von einem Schlüsselverdächtigen sprachen. Dem mit den Initialen F.Y. bezeichneten Mann wird vorgeworfen, die bei den Anschlägen verwendeten Bomben und Lastwagen präpariert zu haben.

Bei den Anschlägen auf zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Niederlassung einer britischen Bank waren Mitte November 61 Menschen getötet worden. Im Zuge der Ermittlungen wurden bisher mehr als 30 Personen verhaftet und unter Anklage gestellt.

Der Verdächtige sei bei dem Versuch festgenommen worden, mit einem gefälschten Pass von der Türkei in den Iran auszureisen, schrieb die Zeitung "Hürriyet" am Sonntag.

Zuvor habe er Räumlichkeiten in einem Industriegebiet von Istanbul angemietet, wo er den Sprengstoff vorbereitet und in die vier Fahrzeugen eingebaut habe, schrieb das Blatt unter Berufung auf Polizeikreise. Die Zeitung "Milliyet" berichtete dies ebenfalls.

Die Türkei vermutet Landsleute hinter den Anschlägen, sieht aber Verbindungen zur El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden. Diesen machen die USA für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich. (APA,ag.)