Zürich - Die Bezirksanwaltschaft Zürich stellt ihre zwei Verfahren gegen den Pop-Provokateur Marilyn Manson ein. Manson konnte laut Angaben der Justizbehörden überzeugend darlegen, dass er weder zur Gewalt aufrufe noch das Christentum verhöhne. Manson sei Ende November nach seinem Konzert im Zürcher Hallenstadion während einer halben Stunde einvernommen worden, sagte Bezirksanwalt Marcel Scherrer am Montag auf Anfrage. Manson habe erklärt, dass er seine Show als Gesellschaftskritik verstehe, als provozierende Kunstform.

Klagen von christlicher Vereinigung und Privatpersonen

Die zwei Strafanzeigen gegen den bleichgeschminkten Star sind laut einer Aussendung der Bezirksanwaltschaft vom Montag nach einem Manson-Konzert im Februar eingereicht worden. Eine stamme von der Vereinigung Christen für die Wahrheit, die andere von zwei Privatpersonen.

Vorwurf: Aufruf zu Verbrechen und Gewalt

In den Strafanzeigen wurde Marilyn Manson vorgeworfen, dass er öffentlich zu Verbrechen und Gewalt aufrufe sowie die Glaubens- und Kultusfreiheit störe. Weil der Popsänger seit Februar 2001 nicht mehr in der Schweiz war, wurden die Verfahren auf Eis gelegt. Erst im November 2003 konnte ihm das rechtliche Gehör gewährt werden, das jedem Angeklagten zusteht. (APA/sda)