Der britische Nachrichtenkonzern Reuters will seine Europa-Aktivitäten neu strukturieren und bündeln. Wie eine Sprecherin des Unternehmens am Montag in London sagte, ist auch Deutschland betroffen. So sollen auf der Management- und Verwaltungsebene mehrere Länder in Gruppen zusammengefasst werden. Österreich werde gemeinsam mit Deutschland, der Schweiz und nordischen Ländern eine dieser Gruppen bilden, bestätigte die Sprecherin einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) vom selben Tag.

Personelle Veränderungen

Mit der neuen Struktur seien auch personelle Veränderungen verbunden, hieß es weiter. So werde der Chefredakteur Deutschland, Hans Obermeier, eine andere Aufgabe im "Nachrichtengeschäft" des Unternehmens übernehmen. Wer Obermeiers Position in der neu zu bildenden Ländergruppe um Deutschland einnehmen werde, sei noch nicht entschieden. Die FTD berichtete, in London werde der dort ansässige Manager und ehemalige Reuters-Chefredakteur in Deutschland, Wolfgang Wähner-Schmidt, als Kandidat gehandelt. Dies wollte die Sprecherin nicht bestätigen.

Rekordverlust und Stellenabbau

Die redaktionelle Organisation sei von dem Strukturvorhaben nicht betroffen, hieß es weiter. Es gehe lediglich um das Management und die Verwaltung, Redakteursstellen stünden nicht zur Disposition.

Nach einem Rekordverlust im vergangenen Jahr strich Reuters 3.000 Stellen und verkaufte zuletzt auch seinen traditionsreichen Firmensitz in der Londoner Fleet Street. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Reuters nach Angaben vom Oktober mit einem Umsatzrückgang von elf Prozent oder weniger. Reuters war vom Ende des Börsen- und Internetbooms schwer getroffen worden, da das Unternehmen zuvor als Informationslieferant und Dienstleister für Banken stark expandiert hatte. (APA/dpa)