Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer betonte nach dem Scheitern der EU-Regierungschefs, sich beim EU-Gipfel am vergangenen Wochenende auf eine gemeinsame künftige Verfassung zu einigen, Ziel Nummer eins müsse es nun sein, ein Europa einer Geschwindigkeit anzupeilen. Vordringlich sei es daher, den vorliegenden Verfassungsentwurf doch zu beschließen. Sollte es allerdings zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten kommen, müsse Österreich Teil Kerneuropas sein, betonte Gusenbauer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. In den vergangenen Tagen sei allseits nach den Ursachen des Scheiterns des Gipfels gesucht worden, so der SPÖ-Chef. Er sieht den Grund darin, dass vom Konvent ein ambitionierter Vorschlag vorgelegt worden sei, den die Regierungschef dann aber verwässern wollten. Und wenn die Büchse der Pandora einmal geöffnet sei, sei es eben sehr schwer, zu einem Kompromiss zu kommen. Fazit: Nun präsentiere sich Europa in einem außerordentlich schlechten Zustand. "Nicht dramatisieren" Jedenfalls habe man damit nun das Thema Kerneuropa wieder auf dem Tisch. Und obwohl dieses nicht das angepeilte Ziel sein dürfe, solle man bei der Kritik daran auch "nicht übertreiben" und "nicht dramatisieren", betonte Gusenbauer. Bereits jetzt könnten sich laut EU-Vertragswerk acht Staaten bereits in jeglichem Bereich - außer im Bereich Verteidigung - zusammentun. Und es gebe ja bereits sowohl Staaten, die Schengen und/oder den Euro umgesetzt haben oder daran nicht teilnehmen. (APA)