Wien - Im ORF entbrennt von Mai bis Juli der Wahlkampf um den Posten des neuen Generalintendanten. Mit Gerhard Weis und Peter Radel duellieren sich zwei langjährige ORF-Insider. Nachdem die ÖVP-EU-Abgeordnete Ursula Stenzel Überlegungen über ein gemeinsames Vorgehen zwischen ÖVP und FPÖ zugunsten Radels anstellt, wendet sich das Blatt für Weis. Während er im ersten Wahlgang des ORF-Kuratoriums Mitte Juni die nötige Zweidrittelmehrheit nur knapp verfehlt, steigt am 6. Juli schließlich "Weißer Rauch" vom Küniglberg auf. Gerhard Weis wird mit überwältigender Mehrheit zum neuen ORF-Chef gewählt. Im Sommer kommt es an der Spitze des "profil" zu Rochaden. "trend"-Herausgeber Christian Rainer wird auch neuer Herausgeber des Nachrichtenmagazins "profil" und löst damit Josef Votzi ab. Grund für das Revirement ist der bevorstehende Start des neuen Montagsmagazins aus dem Hause Fellner, der seine Schatten vorauswirft. Über mehrere Monate hinweg tobt ein harter Konkurrenzkampf. Zahlreiche "profil"-Journalisten werden von den Fellner-Brüdern abgeworben. Satellitenlizenz für Sat.1 Österreich Der Wiener Regionalsender "Wien 1" und "Sat 1 Österreich", an der die Styria Medien AG, "Sat 1 Deutschland" sowie Raiffeisen und die PSK je 25 Prozent halten, erhalten eine Satellitenlizenz für Österreich. Bei "Sat 1" wird an der Entwicklung eines österreichischen Programmfensters gearbeitet, mit einem Start im kommenden Jahr gerechnet. "Die Presse" feiert im Juli ihren 150. Geburtstag. Weiters wird die Presseförderung beschlossen. Bei der "Besonderen Presseförderung" geht "Der Standard" erstmals leer aus, da er die Inseraten-Höchstgrenze überschreitet. Bundeskanzler Viktor Klima stellt eine Änderung des Presseförderungssystems in Aussicht. Gesetzesentwurf für Privat-TV Die digitale Revolution im Fernsehen, die Zukunft der Printmedien und die heimische Privatradiolandschaft stehen Ende September auf der Tagesordnung der 5. Österreichischen Medientage in Wien. Wenige Tage später einigen sich SPÖ und ÖVP auf den Entwurf für ein terrestrisches Privat-TV-Gesetz. Als Starttermin wird das Jahr 2000 angepeilt. Im Rahmen des Medienpakets gibt es auch eine "kleine ORF-Reform" und Änderungen im Regionalradiogesetz. Für den ORF bedeutet dies die Kennzeichnung von Gewalt und die bessere Ausnutzung der Werbezeiten, letzteres gilt auch für Private. Die große ORF-Reform wird indes vorerst verschoben. Nachdem sich die ÖVP von der AG verabschiedet hat, laufen nun Überlegungen in Richtung einer Stiftung. (APA)