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Jelinek: "Die Bilder haben die Herrschaft längst übernommen"

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Jelinek: "...jedenfalls ein gespenstisches Zusammentreffen, dass er ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt wie "Bambiland" sozusagen auf der Bühne aufgetaucht ist".

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Wien - Für die österreichische Dramatikerin Elfriede Jelinek ist die weltweite Ausstrahlung des Videos von der Gefangennahme Saddam Husseins eine logische Konsequenz: "Die Bilder haben die Herrschaft längst übernommen", sagte die Schriftstellerin am Dienstag. "Es ist alles Außen. Nur das zählt. Ob jetzt Hochhäuser über der Erde abrasiert werden oder ein Bärtiger aus einem Erdloch gezogen wird wie ein Korken aus der Flasche, eins oberhalb der Erde, eins von unterhalb und das Unten ist ja immer der Ort der Toten, der Verwesung. Wo er so viele hingebracht hat, von dort kommt er jetzt selber her, nur dass er noch nicht tot ist." In ihrer Reaktion schließt sich Jelinek dem Regisseur Christoph Schlingensief an, der gerade am Burgtheater ihr jüngstes Stück "Bambiland" zeigt. Darin setzt sie sich sarkastisch und ironisch mit der Rolle der Medien im Irakkrieg auseinander. Für die Dramatikerin ist es "jedenfalls ein gespenstisches Zusammentreffen, dass er ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt wie "Bambiland" sozusagen auf der Bühne aufgetaucht ist". (APA/dpa)