Die Festnahme eines Mannes, der verdächtigt wird, im Raum Kindberg in der Steiermark Kinder missbraucht zu haben, dürfte Ermittler auf die Spur gleich mehrerer Missbraucher und Hersteller von Kinderpornografie gebracht haben.

Der 30 Jahre alte, im Salzburger St. Gilgen dingfest gemachte Hilfsarbeiter soll sich in der Zeit von 1997 bis 2000 an vier Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren vergangen haben. Bisher hat er nicht gestanden, doch nun stellte sich heraus, dass wegen ähnlicher Delikte auch sein Vater angeklagt ist.

Der Vater sitzt im steirischen Leoben in U-Haft. Unter seinen Opfern soll sich auch ein weiterer, jüngerer Sohn befinden. Laut Thomas Mühlbacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, laufen überdies gegen einen - einschlägig vorbestraften - Bekannten der beiden Festgenommenen Voruntersuchungen wegen der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie.

Stieftochter als Opfer

Ein vermutlicher Fall krassen Kindesmissbrauchs wurde am Dienstag auch in Wien bekannt. Ein 35 Jahre alter Mann soll der sechsjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin über Monate hinweg Gegenstände wie Zahnbürste oder Labellostift in den Unterleib eingeführt haben.

Die Frau habe bis abends arbeiten müssen und deshalb ihren Freund beauftragt, das Mädchen vom Kindergarten abzuholen, schilderten Ermittler. Der Mann habe die Zweisamkeit benutzt, um der Stieftochter Gewalt anzutun. Um das Kind zum Schweigen zu zwingen, habe er "mit dem Krampus gedroht".

Erst vergangenen Freitag habe das Kind beim Baden über Schmerzen im Unterleib geklagt und der Mutter erzählt, was "der Papa" mit ihr gemacht habe. (APA, bri/DER STANDARD; Printausgabe, 17.12.2003)