Den Haag - Im Milosevic-Prozess vor dem UN-Tribunal in Den Haag haben die Ankläger noch 17 Prozesstage, um ihre Vorwürfe gegen den jugoslawischen Ex-Präsidenten wegen Kriegsverbrechen in den 1990-er Jahren auf dem Balkan zu belegen. Wie eine Sprecherin der Anklage am Mittwoch mitteilte, sollen in der verbleibenden Zeit noch 25 bis 30 Zeugen der Anklage zu Wort kommen.

Der Prozess um die Rolle Milosevics in den Kriegen im Kosovo, in Kroatien und in Bosnien-Herzegowina hat am 12. Februar 2002 begonnen. Der einstige starke Mann Jugoslawiens verteidigt sich auf eigenen Wunsch weiter selbst.

Deadline für die Anklage 18. Februar

Weil das Gericht aus Rücksicht auf die angegriffene Gesundheit von Milosevic (62) lediglich an drei Tagen pro Woche verhandelt und die Weihnachtpause des Tribunals vom 22. Dezember bis 12. Januar dauert, läuft die Zeit für die Anklage am 18. Februar 2004 ab. Dann soll nach einem Beschluss der Richter Milosevic drei Monate Zeit erhalten, um sich auf seine Verteidigung vorzubereiten. Voraussichtlich von Mai nächsten Jahres an wird er dem Gericht eigene Zeugen und Beweisanträge präsentieren können. Milosevic hat verlangt, dass er eben so viel Zeit erhält wie sie die Anklage zur Verfügung hatte.

Nach der Präsentation der Verteidigung sind in einer zweiten Runde des Verfahrens Möglichkeiten zur Erwiderung zunächst für die Anklage und dann erneut für Milosevic vorgesehen. Wann das Urteil in dem Prozess gegen den wichtigsten Angeklagten des Tribunals zu erwarten ist, lässt sich derzeit noch nicht absehen. (APA/dpa)