Bild nicht mehr verfügbar.

Dieser Weihnachtsmann hatte wohl eine Rute bei sich. Ansonsten lässt der Nikolo das Herz aber höher hüpfen als normal.

Foto: apa/dpa/pleul
London - Ein als fantastisch empfundenes Weihnachtsfest kann prägend für alle weiteren sein. Wer aber umgekehrt über die Festtage zum Griesgram wird, bringt sich damit wahrscheinlich auch um viele künftigen Weihnachtsfreuden. Nach psychologischen und neurologischen Studien beeinflusst die Gefühlslage die Erinnerungsfähigkeit an Vergangenes.

Zudem werden bei künftigen Ereignissen die Emotionen automatisch zusammen mit den Erinnerungen aus dem "Oberstübchen-Regal" herausgezogen. Über die Studien berichtet das britische Magazin "New Scientist".

Memorierung positiver Wörter

Klaus Fiedler, Psychologe an der Universität Heidelberg, bestätigt: "Die Gefühlslage ist ein innerer Zustand, der alle externen Informationen filtert." Selbst die Art und Weise in der das Gehirn lerne, sei je nach Stimmungslage unterschiedlich - und zwar lerne es umso effektiver und intensiver, je besser die Laune sei.

Das stellten auch Susanne Erk und Henrik Walter von der Universität Ulm bei Versuchsreihen fest: Sie ließen Probanden neutrale Wörter auswendig lernen, nachdem sie ihnen zuvor verschiedene emotional provozierende Bilder gezeigt hatten, und untersuchten die Gehirnaktivitäten.

"Gefühlsmuster" im Mandelkern

Dabei zeigte sich, dass beim Erinnern an bereits gelernte Wörter automatisch auch das damals per Bild provozierte "Gefühlsmuster" im Mandelkern des Hirns aktiviert wurde. Mit dem neutralen Reiz war also auch das gesamte emotionale Drumherum wieder auferstanden.

Allerdings, so die Forscher, war der Lerneffekt bei guter Laune wesentlich besser. Hoffnung also für alle notorischen Weihnachtsmuffel: Wer sich einmal zu richtig guter Festlaune hinreißen lässt, hat Chancen, damit die vorherigen negativen Erinnerungen schlicht zu überschreiben. (APA/dpa)