Wien - Über 300 Millionen Euro sind bis jetzt an 113.877 Sklaven- und Zwangsarbeiter des NS-Regimes als "Entschädigung" überwiesen worden. Diese Bilanz zog Ludwig Steiner, Vorsitzender des Versöhnungsfonds-Kuratoriums, am Mittwoch nach dreijährigem Bestehen des Fonds.

Im Dezember 2000 wurde der Fonds mit 436 Millionen Euro dotiert. Die Entschädigungsbeträge waren gestaffelt: So genannte "Sklavenarbeiter", ehemalige KZ-Häftlinge, bekommen 7630 Euro, Arbeiter in der Landwirtschaft 1453 Euro. 7600 Fälle sind noch in Bearbeitung. Steiner rechnet damit, dass insgesamt rund 130.000 Opfer entschädigt werden. Was mit dem Rest des Fonds-Geldes geschehen soll, stehe noch nicht fest. Es werden wohl Projekte zugunsten von Naziopfern finanziert.

Die Antragsfrist endet mit 31. Dezember 2003, aber auch nach diesem Stichtag will man tolerant sein. Steiner: "Wir wollen niemanden nicht betreuen, der Anspruch auf Entschädigung hat." (APA, kmo/DER STANDARD, Printausgabe, 18.12.2003)