Salzburg/Innsbruck - Nach den Diskussionen um die Neuorganisation der Universität Wien werden nun auch an der Universität Salzburg entsprechende Umstrukturierungspläne angegangen. Mit dem ab 1. 1. 2004 geltenden, neuen Universitätsgesetz werden die Hochschulen aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und autonom. Außerdem werden die Medizinischen Fakultäten von ihren bisherigen "Mutteruniversitäten" getrennt und in eigene Medizin-Universitäten umgewandelt.

Die damit gewonnene Autonomie bedeute auch für die Universität Salzburg eine "immense Umstellung" sagte Rektor Heinrich Schmidinger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Im Detail soll es künftig vier Fakultäten mit insgesamt 29 Fachbereichen geben. Diese bilden an Stelle der bisher rund 50 Institute die neuen Organisationseinheiten der Universität.

Der Schwerpunkt der Fachbereiche wird in der Forschung liegen, aber auch in der Lehre sind neue Projekte geplant. So wird in Salzburg ab dem Wintersemester 2004 das Studium "Recht und Wirtschaft" angeboten.

Überraschend war aber Schmidingers Stellungnahme zum Budgetplan 2004. Während vor allem die Kunstunis über akute Geldnot klagen, zeigte sich der Salzburger Rektor durchaus zufrieden: "Wir müssen anerkennen, dass sich das Budget gesteigert hat. Wir werden ausgeglichen bilanzieren." - für Schmidinger ist das ein Resultat der Zurückhaltung bei Neueinstellungen und Investitionen.

Auch die neue Medizin-Uni Innsbruck präsentierte am Mittwoch ihre Pläne für das Leben in der Selbstständigkeit. Man wolle unter die Top Ten der Medical Schools kommen, kündigte Rektor Hans Grunicke an. Die schon bisher gute internationale Reputation soll mittels hoher Leistungsbereitschaft und zusätzlichen Forschungsschwerpunkten noch verbessert werden.

Dementsprechend ließ Grunicke potenzielle Studierende gleich wissen: "Jemand, der es leicht haben will, soll wo anders hingehen."

In der Forschung will die Innsbrucker Medizin-Uni zwei weitere Felder schwerpunktmäßig erschließen: Im Bereich Schmerztherapie und Onkologie will sich die Medizin Uni neben der bereits bestehenden Kompetenz auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und der Kardiologie verstärkt positionieren.

Begehrte Mediziner

Als Ergebnis all dieser Neuerungen sollen Absolventen der Innsbrucker Medizin Uni "überall gefragt sein", hofft Rektor Grunicke.

Auch Vizerektor Georg Bartsch wünscht sich: "Der Standort Innsbruck soll für junge talentierte Menschen der attraktivste Standort werden." (APA, kmo/DER STANDARD, Printausgabe, 18.12.2003)