Bagdad - Im Irak ist ein Exponent der stärksten schiitischen Gruppierung des Landes nach deren Angaben von Anhängern des Ex-Präsidenten Saddam Hussein getötet worden. Ein Sprecher des "Obersten Rates der Islamischen Revolution im Irak" (SCIRI) sagte am Donnerstag, Muhannad al Hakim sei am Mittwoch nahe seiner Wohnung im Bagdader Stadtbezirk Amil erschossen worden. Zuvor habe er Morddrohungen von Anhängern Saddam Husseins erhalten, der am Samstag von US-Truppen gefangen genommen worden war. "Wir haben Drohungen erhalten, dass er von Männern des Regimes liquidiert, ermordet werden soll. Sie stecken hinter diesem Verbrechen", sagte der Sprecher. Bei einem anderen Vorfall in der südirakischen Stadt Najaf tötete nach Angaben des Sprechers eine aufgebrachte Menschenmenge ein Mitglied von Saddam Husseins Baath-Partei, das an der Niederschlagung eines schiitischen Aufstandes nach dem Golf-Krieg 1991 beteiligt gewesen sei. Die politische Gewalt unter den Schiiten, die etwa 60 Prozent der irakischen Bevölkerung ausmachen, haben seit dem Sturz Saddam Husseins zugenommen. Im August wurde der SCIRI-Chef Ayatollah Mohammed Baker al Hakim bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee getötet. Sein Bruder Abdelaziz al Hakim ist gegenwärtig Vorsitzendes des von den USA eingesetzten provisorischen "Regierungsrates". (APA/Reuters)