Wien - Kinder werden wiederholt Opfer von Familientragödien in Österreich. Immer wieder treiben Beziehungskrisen und Geldprobleme Menschen zu Verzweiflungstaten. Oft sind die Vorfälle aber auch auf psychische Schwierigkeiten der jeweiligen Täter zurückzuführen. Hier die Chronologie seit Beginn des Jahres 1999:

Jänner 1999: Seinem aufgestauten Hass macht ein 39-jähriger Grazer blutig Luft: Er streckt Ehefrau, Schwiegermutter und Ziehsohn nieder, seine Opfer werden lebensgefährlich verletzt. Nach zweitägiger Irrfahrt stellt sich Siegfried Kleinschuster den Behörden.

April 1999: Vermutlich finanzielle Schwierigkeiten treiben einen Grazer Unternehmer zu einer furchtbaren Bluttat: Der 54-jährige Diplomingenieur erschießt zunächst Frau und Sohn. Den letzten Kontakt zum Täter hat ein Exekutor: Als dieser läutet, rät ihm der Hausbesitzer über die Gegensprechanlage, das Weite zu suchen, wenn er nicht "die vierte Leiche" sein will.

Juni 1999: Ein 33-jähriger gebürtiger Deutscher erschießt in Straßwalchen (Flachgau) seine Lebensgefährtin sowie drei Kinder im Alter von vier bis acht Jahren und richtet sich anschließend selbst. In einer schriftlichen Mitteilung des Täters ist zu lesen, dass er mit seiner "Lebenssituation" nicht mehr fertig werde. Auch seine Partnerin hinterließ eine Nachricht, in der sie erklärte, keinen Ausweg mehr zu sehen.

Oktober 1999: Die vermutlich psychisch kranke 59-jährige Roswitha K. aus Deutschland springt mit ihrer sechsjährigen Enkelin aus einem Hotelfenster in Wien-Ottakring. Beide sterben.

November 1999: Ein Familiendrama in Wien-Penzing fordert drei Todesopfer. Ein 38-jähriger Mann tötet seine Frau und seine vierjährige Tochter mit einem Messer. Anschließend begeht er Selbstmord, in dem er sich vor ein Auto wirft.

Jänner 2000: Eine 24-jährige Frau erdrosselt in Wien-Landstraße ihre beiden Kinder Enes (2) und Ömer (6). Von der mutmaßlichen Täterin fehlt bis heute jede Spur. Es wird befürchtet, dass sie Selbstmord begangen hat.

April 2000: In einer Wohnung in Wien-Meidling werden eine Frau und ein Mädchen im Volksschulalter tot aufgefunden. Der verdächtige Ehemann und Kindesvater wird nach einem Selbstmordversuch in Polizeigewahrsam genommen. Er soll die geplante Trennung von der Frau nicht überwunden haben.

Juli 2000: Ein 43-jähriger Angestellter aus Lutzmannsburg erschießt seine vierjährige Tochter und begeht anschließend Selbstmord. Die Leichen wird auf einer Bauschuttdeponie gefunden.

Oktober 2000: Ein Dreijähriger wird in Wien-Margareten von seinem Vater mit einem Plastiksack erstickt. Nach der Tat versucht der Mann Selbstmord zu verüben. Er hat die Scheidung von seiner Frau nicht verkraftet, außerdem litt der 39-Jährige an Depressionen.

Psychische Probleme sind Ursache für eine Familientragödie in Wien-Döbling: Die ehemalige Beraterin des früheren slowakischen Ministerpräsidenten Vladimir Meciar fügt ihrem neunjährigen Sohn mehrere Messerstiche zu. Anschließend versucht sich die Frau selbst zu töten. Der Bub und die Frau werden erleiden schwerste Verletzungen.

April 2001: Ein Vater will im Bezirk Eferding in Oberösterreich sich und seinen kleinen Sohn töten, weil ihn die Mutter des Kindes verlassen möchte. Er wirft einen Haarföhn in die Badewanne. Doch die Sicherungen erweisen sich als "Retter".

Juni 2002: Ein 38 Jahre alter Tankwart erdrosselt in der Südsteiermark seine 13 Jahre alte Tochter mit einem Elektrokabel und begeht anschließend Selbstmord. Hintergrund der Bluttat dürfte eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter um die familiären Verhältnisse gewesen sein.

August 2001: Weil eine Tirolerin an einer so genannten Stilldepression leidet, wirft sich die Frau bei Kitzbühel mit ihrem Baby auf dem Arm vor einen Zug.

Juni 2003: Ein vierjähriger behinderter Bub stirbt nach schweren Misshandlungen in der Grazer Kinderklinik. Sein Vater soll ihm die Schädelverletzungen und die inneren Verletzungen zugefügt haben.

September 2003: Ein 41-jähriger Familienvater holt seine fünfjährige Tochter vom Kindergarten in Wien-Döbling ab und bringt sie in seine Wohnung. Mit einem Kopfschuss tötet er das Kind und danach sich selbst. Grund ist die Trennung von der Kindesmutter.

Dezember 2003: Ein zehnjähriges Mädchen wird in Wien-Floridsdorf von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter wochenlang misshandelt. Die Verletzungen reichen von Schädelfraktur, Serienrippenbrüche, tiefe Schnittwunden bis hin zu Verbrennungen.

Oberhalb des Kraftwerks Greifenstein in Niederösterreich fügt ein 28-jährige Hilfsarbeiter seinem dreijährigen Sohn zuerst mit einem Messer schwere Stichverletzungen zu und wirft das Kind anschließend in die eiskalte Donau. Der Bub wird von der Feuerwehr leblos aus den Fluten gezogen. Reanimationsversuche können das Kind nicht mehr retten. Der Vater, der nach der Tat ebenfalls in die Donau gesprungen war, rettet sich selbst ans Ufer. (APA)