Wien - Kardinal Christoph Schönborn, Wiener Erzbischof und Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz, verteidigt das Vorgehen der Caritas in Sachen Asyl und Flüchtlinge. Es sei "christlicher Grundauftrag", dass Menschen, die auf der Straße stehen, geholfen werden müsse, so Schönborn am Sonntag in der Fernseh -"Pressestunde".

Die Kirche sei aber auch nicht naiv, betonte er: "Es muss natürlich auch eine geregelte und sinnvolle Migrationspolitik geben." Not Leidenden zu helfen sei die normale menschliche Reaktion, so Schönborn. Bei der Caritas meldeten sich täglich bis zu 60 Asylsuchende, die auf der Straße stehen. Wenn darauf hingewiesen werde, sei das nicht gegen die Regierung gerichtet, sondern ein Appell, eine Lösung zu finden. Deshalb gebe es auch die Aktion "Mobiles Notquartier" für Flüchtlinge, an der sich viele Pfarrgemeinden beteiligen.

Die negativen Stellungnahmen des St. Pöltener Bischofs Krenn zur Caritas wollte der Kardinal nicht kommentieren. Er wolle seinem Mitbruder nichts über die Medien ausrichten, und in der Sache hätte sich auch er, Schönborn, klar geäußert. Und Schönborn zum Einwand, dass ja auch Krenn seine Position über die Medien ausgerichtet habe: "Jeder ist für sein Tun verantwortlich."

Schönborn hat am Sonntag weiters die am Freitag zwischen Hilfsorganisationen und Innenministerium verkündete Einigung über die Unterbringung von Flüchtlingen über den Winter und bis zum 1. Mai des kommenden Jahres begrüßt. "Ich freue mich, dass die Unterbringung der obdachlosen Flüchtlinge zumindest für den Winter gesichert ist", so der Kardinal gegenüber der Kirchlichen Agentur Kathpress. Der Innenminister habe damit einen Schritt gesetzt, der Österreichs humanitärer Tradition entspreche: "Einmal mehr hat sich gezeigt, dass es gute Lösungen gibt, wenn das Miteinander im Vordergrund steht." (APA)