Nairobi - Die Friedensverhandlungen zur Beilegung des Bürgerkriegs im Sudan sind einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Die islamische Regierung in Khartum und die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) verständigten sich bei ihren Gesprächen in Nairobi auf die Verteilung der Einnahmen aus der Ölförderung, wie der kenianische Chefvermittler Lazaro Sumbeiywo am Sonntag mitteilte.

"Das ist ein wichtiger Durchbruch", sagte Sumbeiywo. Die Frage der Öleinnahmen sei bisher einer der strittigsten Verhandlungspunkte gewesen. Der Sudan hat 1999 entlang der Grenzlinie zwischen dem Norden und dem Süden des größten afrikanischen Flächenstaates mit der Ölförderung begonnen; die Fördermenge beträgt etwa 250.000 Barrel am Tag. SPLA-Sprecher Yasir Arman erklärte, nach der grundsätzlichen Einigung zur Verteilung der Einfünfte arbeite ein gemeinsamer Ausschuss an den Details eines Abkommens.

50:50

Die Öleinnahmen sollen nach Angaben von Präsident Omar el Bashir im Verhältnis 50 zu 50 aufgeteilt werden. "50 Prozent für die Bundesregierung und 50 Prozent für die Regierung der südlichen Staaten", sagte der Präsident in einem Interview der unabhängigen Zeitung "El Sahafa".

Die Rebellen aus dem Süden des Sudan haben sich 1983 gegen die Regierung in Khartum erhoben. Hintergrund des Konflikts sind die kulturellen Gegensätze zwischen den im Süden lebenden Christen und Anhängern von Naturreligionen und dem islamisch geprägten Norden. Bei den im September aufgenommenen Gesprächen haben der sudanesische Vizepräsident Ali Osman Mohammed Taha und SPLA-Führer John Garang bereits eine sechsjährige Übergangszeit vereinbart, in der die SPLA-Kämpfer ihre Stellungen im Süden behalten dürfen. Der Bürgerkrieg hat mehr als zwei Millionen Menschen das Leben gekostet, zumeist als Folge der von den Kämpfen bedingten Hungersnot. (APA/AP)