Hamburg - Ein juristisches Institut des US-Verteidigungsministeriums hat nach einem Bericht der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" in zweiwöchigen Kursen irakische Juristen auf die Arbeit am irakischen Sondertribunal vorbereitet. Das Pentagon-eigene "Defense Institute for International Legal Studies" hat vom 7. bis 18. Dezember etwa hundert irakische Juristen für die Arbeit am neuen "Irakischen Sondertribunal für Verbrechen gegen die Menschlichkeit" ausgebildet. Vor dem Tribunal soll sich auch Ex-Diktator Saddam Hussein verantworten.

Erfahrung fehlt

Auf dem Lehrplan standen die Rechtsgarantien nach den Genfer Konventionen und Mindeststandards für faire Verfahren. Unterstützt wurden die Amerikaner von Rechtsexperten aus Großbritannien, Spanien und Australien.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert, den irakischen Juristen fehle die Erfahrung für komplexe Strafverfahren, wie sie vor dem Tribunal zu erwarten seien. Einer der Rechtsexperten der Organisation, Richard Dickers, sagt der ZEIT, Prozesse im Irak hätten bisher nie länger als anderthalb Tage gedauert, und die meisten irakischen Exiljuristen hätten lediglich Erfahrungen als Zivilrechtler. (APA/dpa)