Man stelle sich vor: Im Radio läuft ein interessantes Programm, der Hörer kann am Mobiltelefon oder Personal Digital Assistant (PDA) darauf reagieren - durch Drücken eines Knopfes. Nun öffnen sich Websites mit relevanten Informationen, aber auch Kaufportale, die zum Beispiel die Skiausrüstung zur Weltcup-Skiübertragung anbieten. Langwieriges mobiles Surfen soll damit der Vergangenheit angehören.

Funktionieren wird die Sache dank Watermarking-Technologie: Mit einem nicht hörbaren, über den Hörfunk mitgeschickten Signal, das den nötigen Impuls für das mobile Endgerät setzt, damit der User die Website nur mit einem Knopfdruck anwählen kann. Watermarking wird bisher unter anderem bei Musik-CDs verwendet, um im Handel kursierende Kopien leichter identifizieren zu können.

Neuer Kanal

In einem noch bis März 2004 laufenden EU-Projekt namens Xaudio (ein Programm der Information Society Technologies, IST) mit beteiligten Radios und Forschungsinstitutionen aus England, Griechenland, Slowenien und Österreich untersucht das Wiener Center for Usability Research & Engineering (Cure), inwieweit User diese Serviceidee annehmen oder ablehnen würden. Auch vor dem Hintergrund, dass es sich hier eigentlich um einen neuen Kanal für Werbebotschaften handelt und Konsumenten dabei für gewöhnlich sehr sensibel reagieren.

In einem weiteren EU-Projekt, dessen Laufzeit ebenfalls im März 2004 endet, werden Technologien und Methoden entwickelt, um Inhalte auf verschiedenen Endgeräten abrufbar zu machen, ohne an Qualität zu verlieren - also am Handy genauso wie am PDA oder Laptop. Consensus, ebenfalls ein IST-Programm, ist der viel sagende Name des Projektes, an dem große internationale Firmen wie Nokia, SAP, IBM, Fujitsu und eben auch das Wiener Forschungszentrum Cure beteiligt sind.

Einer der Hintergründe dafür: Der deutsche Softwareriese SAP will seine Business-Anwendungen für mobile Endgeräte benutzerfreundlicher gestalten. Am Ende soll ein "Guide" vorliegen, der die Inhalte automatisch je nach Endgerät adaptiert. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 12. 2003)