Bild nicht mehr verfügbar.

Kein Weihnachtsfriede für die US-Soldaten im Irak.

Foto: APA/EPA/Ludbrook

Bild nicht mehr verfügbar.

Der Kleinbus, der bei dem Anschlag in Bagdad zerstört wurde.

Foto: APA/EPA/Abbas
Bagdad - Bei der Explosion einer Bombe in einem Straßentunnel in Bagdad ist am Mittwoch ein Mensch ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt. Die Detonation wurde nach Angaben der Polizei ausgelöst, als ein Kleinbus über den Sprengsatz fuhr. Der Vorfall ereignete sich um die Mittagszeit im Tunnel von Shurta, der die Innenstadt von Bagdad mit den westlichen Vororten verbindet. Kurz zuvor waren bei einem Autobombenanschlag in der nordirakischen Stadt Erbil (Arbil) drei Menschen und der Attentäter gestorben.

In der Nacht auf Mittwoch bombardierten amerikanische Kampfflugzeuge und Hubschrauber den Südwesten der irakischen Hauptstadt Bagdad. Die Explosionen begannen kurz vor Mitternacht und dauerten bis etwa 02.00 Uhr in der Früh. Die Kampfflugzeuge hätten die Artillerie der 1. Panzerdivision bei ihren Angriffen auf mehrere Ziele unterstützt, sagte Militärsprecher John Frisbie. Kommandanten der US-Truppen hatten zuvor Operationen über Weihnachten angekündigt, nachdem es Hinweise auf Angriffe von Aufständischen gegeben hatte.

Militäraktion nach Hinweisen von Hussein?

Frisbie deutete an, die Militäraktion gehe auf Hinweise des vor eineinhalb Wochen festgenommenen Exstaatschefs Saddam Hussein zurück. Auch Bürger, die sich gegen die Aufständischen stellten, lieferten immer wieder Informationen. In Washington sagte der amerikanische Generalstabschef Richard Myers, nach der Festnahme von Saddam Hussein hätten am Montag 50 ehemalige Mitglieder des alten Regimes gefasst werden können. Ähnlich viele Informationen seien auch nach dem Tod von Saddam Husseins Söhnen Udai und Kusai im Juli eingegangen. "Das ist ein gutes Zeichen, und es zeigt wahrscheinlich, welche Rolle die Angst in den Köpfen der Menschen spielt", erklärte Myers.

Die US-Truppen setzten unterdessen ihre Razzien fort und nahmen in Bagdad den sunnitischen Scheich Ghazi Hanash fest. Er ist der Anführer des Stammes El Taee und gilt als enger Vertrauter des ehemaligen irakischen Vizepräsidenten Izzat Ibrahim al Douri. Von Al Douri nehmen die USA an, dass er den Widerstand gegen die Besatzungstruppen organisiert. Gemeinsam mit Hanash wurden auch sein Sohn und zwei Vertraute festgenommen, wie ein Cousin erklärte. Am Dienstagabend seien die US-Truppen in das Haus ein anderen Verwandten eingedrungen und hätten auch ihn festgenommen.

Irakischer Minister bei Bombenexplosion leicht verletzt

Der irakische Minister für Wissenschaft und Technologie, Rashad Omar, ist am Mittwoch bei einer Bombenexplosion in Bagdad verletzt worden. Der Sprengsatz sei an einer Straße explodiert, als Omar in seinem Auto vorbeifuhr, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Das Mitglied des von den USA eingesetzten irakischen Regierungrates hatte kurz zuvor seine Wohnung im zentral gelegenen Stadtteil Dawud verlassen. Sein Leibwächter sagte, der Minister sei leicht verletzt worden. (APA/dpa)