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US-Soldaten können Suicide-Auto in Bagdad stoppen

Reuters/ALI JASIM
Bagdad/Kairo - Bei Bombenanschlägen im Zentralirak sind am Freitag zwei US-Soldaten getötet worden. Nahe Bakuba 65 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad sei ein Soldat bei einem Anschlag auf einen US-Militärkonvoi getötet worden, sagte ein Sprecher des US-Militärs. Ein Soldat sei dabei verwundet worden. Zuvor war dem Sprecher zufolge am Morgen ein Soldat bei dem Versuch ums Leben gekommen, einen Sprengsatz außerhalb der Stadt zu entschärfen. Die Raketenangriffe in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind auch am gestrigen Donnerstagabend fortgesetzt worden.

Zwei polnische Soldaten wurden schwer verletzt, als ihr Fahrzeug am Freitag in Hilla rund 100 Kilometer südlich von Bagdad auf eine Mine fuhr. Die Männer wurden an der Hand bzw. am Oberschenkel verwundet und umgehend ins Krankenhaus gebracht. Wie die polnische Nachrichtenagentur PAP weiter berichtete, wurden die Soldaten zugleich mit Mörsern angegriffen, aber nicht getroffen.

Raketen auf US-Verwaltung

Beim bisher heftigsten Angriff seit der Ergreifung von Ex-Machthaber Saddam Hussein waren in der Früh eine Reihe von Raketen und Granaten auf das US-Hauptquartier, das Sheraton-Hotel, drei Botschaften und einen Wohnblock abgeschossen worden. Das US-Militär setzte unterdessen seine Offensive gegen den Widerstand fort. Dabei wurden bis Donnerstag mehr als 60 Verdächtige festgenommen. Mindestens zwei Geschosse schlugen am späten Abend in der Nähe des Hauptquartiers der US-Verwaltung im Zentrum der Stadt ein, wie ein US-Offizier mitteilte. Nach seinen Angaben gab es keine Verletzten.

Nach den Raketenangriffen auf das US-Hauptquartier ertönten am späten Donnerstagabend erneut die Alarmsirenen. Eine Stunde später wurde wieder Entwarnung gegeben. Bagdad war bereits in der Früh von einer Serie von Raketen- und Granatenangriffen erschüttert worden. Mindestens vier Geschosse explodierten in der schwer gesicherten Zone rund um das US-Hauptquartier. Das vorwiegend von ausländischen Journalisten und Geschäftsleuten bewohnte Sheraton-Hotel wurde binnen weniger Stunden zweimal angegriffen, dabei schlug ein Geschoss im achten Stock ein. Ein weiteres schlug in einem gegenüber liegenden Wohnungsblock ein, eine Frau wurde verletzt.

"Schwach und wirkuungslos"

In einem nur wenige Meter von der deutschen Botschaft entfernten Gebäude explodierte eine Granate. Die Residenz des türkischen Botschafters wurde von einer weiteren Rakete leicht beschädigt; in der Nähe der türkischen Botschaft wurde ein Sprengsatz entdeckt und entschärft. Zuvor hatte eine Rakete die iranische Botschaft getroffen. Ein US-Soldat wurde bei einem Bombenschlag getötet, ein irakischer Polizist bei einem weiteren Anschlag schwer verletzt. Dennoch bezeichnete die US-Armee die Angriffswelle als "schwach und wirkungslos".

Ein Vorauskommando der japanischen Luftwaffe ist am Freitag zum Wiederaufbau des Irak aufgebrochen. Es sind die ersten von rund 40 Luftwaffensoldaten, die in mehreren Gruppen zu ihrem Hauptstützpunkt in Kuwait entsandt werden. Sie sollen mit C-130 Frachtflugzeugen medizinische Ausrüstungen und Lebensmittel für die von den USA geführten Allierten zu Flughäfen wie Bagdad, Basra, Balad oder Mosul transportieren. Die Soldaten sollen zudem die Sicherheitslage vor Ort einschätzen, bevor dann ein Hauptkontigent der Luftwaffe möglicherweise im kommenden Monat folgt.

"Operation Eiserner Griff"

Unterdessen setzte die US-Armee ihre Razzien und Angriffe gegen mutmaßliche Mitglieder des Widerstands fort. Bis zum Donnerstag wurden nach US-Angaben bei der "Operation Eiserner Griff" (Iron Grip) 66 Menschen festgenommen, darunter 21 mutmaßliche Mitglieder der Guerilla. Unter ihnen befinde sich ein früherer General mit Verbindungen zum inhaftierten Ex-Präsidenten sowie mutmaßliche Bombenbauer und mehrere Chefs kleinerer Widerstandsgruppen. Gleichzeitig seien größere Mengen Waffen und Material zum Bombenbau beschlagnahmt worden.

Bereits am Mittwoch hatte die US-Zivilverwaltung vor vermehrten Anschlägen zu Weihnachten gewarnt. Aus Sorge vor neuer Gewalt wurden in ganz Bagdad die Christmetten abgesagt. Angesichts der anhaltenden Engpässe der Strom- und Gasversorgung verzichteten die meisten Christen in der irakischen Hauptstadt auf ihre traditionellen rauschenden Weihnachtsparties in Restaurants und feierten stattdessen im kleinsten Kreis zu Hause. (APA/dpa/Reuters/PAP)